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Kälteanlagen Mietkälte auf Bohrinsel überbrückt Wartungszeit

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Deutschlands größtes bekanntes Offshore-Erdölvorkommen, das Feld Mittelplate, wird seit 1987 störungsfrei und nach strengsten Umweltschutzstandards aus einer Tiefe bis zu 3000 Meter gefördert. Ein luftgekühlter Kaltwassersatz kühlt während einer Wartungsphase auf der High-Tech-Bohrinsel die Turbinen.

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Mietkälte sorgt für konstanten Betrieb während der Wartungsarbeiten auf der Ölbohrinsel.
Mietkälte sorgt für konstanten Betrieb während der Wartungsarbeiten auf der Ölbohrinsel.
(Bild: ACR)

Die Förderung von Öl auf hoher See genießt seit den spektakulären Unfällen auf Bohrinseln einen kritischen Ruf. Aber es geht auch anders: Sieben Kilometer vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste, am Rande des Nationalparks Wattenmeer wird seit 1987 das größte deutsche Erdölfeld Mittelplate ohne Zwischenfälle umweltverträglich erschlossen. DEA Deutsche Erdoel hat in dem ökologisch sensiblen Gebiet gemeinsam mit der Wintershall Holding bereits über 30 Millionen Tonnen des kostbaren Rohstoffes gefördert. Mit immer effizienteren Bohr-und Fördertechniken, vor allem durch horizontale Bohrungen können auch entlegene Teile der Lagerstätte von Mittelplate im On-/Offshore-Verbund erschlossen werden.

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2005 wurde mit der T-150 eine der modernsten Bohranlagen Europas auf der Bohr- und Förderinsel Mittelplate in Betrieb genommen. Die elektrische und emissionsfreie, 10.000 PS-starke Anlage ermöglicht hocheffiziente, von einem einzigen Bohrloch ausgehende „Multilateralbohrungen“ mit verzweigten Produktionssträngen bis zu einer Länge von acht Kilometern. Das offshore geförderte Rohöl fließt in einer Pipeline an Land.

Kaltwassersatz auf engstem Raum

In die ökologisch ambitionierte High-Tech-Umgebung fügte sich auch eine Mietkältelösung perfekt ein: Während der Wartungsarbeiten an der Brunnenanlage versorgte im Zeitraum von 5 Wochen ein Aggregat vom Typ ACR –M-850/P die Bohrplattform mit Kälte. Die zugeschaltete Kühlleistung war für die Phase der Brunnenregenerierung zur Kühlung der Turbine erforderlich. Das während des Ölförderprozesses freigesetzte Methangas wird verbrannt und zur Energieerzeugung genutzt. Im anspruchsvollen Umweltkonzept von Mittelplate spielt die Nutzung von Methan als umweltfreundliche zusätzliche Energiequelle eine besonders wichtige Rolle.

Wegen der beengten Platzverhältnisse auf der Bohrinsel erwies sich der nur 6,2 Meter lange und 859 kW starke, luftgekühlte Kaltwassersatz als beste Lösung, da die Maschine in dieser Kategorie die kürzesten Abmessungen bei einer gleichzeitig hohen Kälteleistung bietet. Die Vorgaben seitens der Insel-Betreiber erlaubten im Rücklauf schwankende Temperaturen zwischen 17 und 28 Grad, im Vorlauf sollten 12 Grad erzielt werden. Im Lieferumfang befanden sich zwei Hochdruck-Pumpenmodule mit Frequenzumformer und Ausdehnungsgefäß, ein 2.000l Pufferspeicher sowie ein Plattenwärmetauscher zur Systemtrennung. Der luftgekühlte Flüssigkeitskühler verfügt über zwei Kältekreise mit laufruhigen Schraubenverdichtern und dient der mechanischen Kaltwasser-/Flüssigkeitskühlung. Der integrierte Siemens-MicroTec III- Controller übernimmt die Steuerung und Regelung der Anlage. Die im Gerät integrierte Zwillingspumpe sorgte für zusätzliche Versorgungssicherheit.

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