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„Die Digitalisierung wird die Supply Chain in den kommenden zehn Jahren stark verändern“, zeigte sich Dr. Christoph Wegner, Präsident Information Services und Supply Chain Operations der BASF in seinem Einführungsbeitrag überzeugt. Insbesondere gewinne die Verzahnung zwischen IT und Supply Chain an Bedeutung. Dazu müsse noch viel investiert werden, selbst große Unternehmen fingen damit aktuell erst an.
Ein Beispiel dafür lieferte Ulrich Külker von Ineos: das Unternehmen produziert unter anderem Styrolpolymere auf dem Gelände von BASF und Bayer. Der Ausgangspunkt waren sieben verschiedene SAP-Systeme – eine Harmonisierung auf gleiche Standards und gleiche Schnittstellen zu den Logistik-Dienstleistern war unabdingbar. Das sei gelungen.
Wohin geht die Digitalisierung?
Was sind für Külker die nächsten Ziele der Digitalisierung? Vor allem sieht er attraktive Potenziale dadurch, dass heute auch sehr große Datenvolumina generiert und analysiert werden können.
Durch die nahezu unlimitierte Verfügbarkeit günstiger Sensoren seien Daten quasi überall generierbar (Lkw, Palette usw.) – dadurch verbessere sich die Möglichkeit von Prognoseaussagen deutlich (Volumen, Termine usw.).
Unterschiedliche Prioritäten
In der Diskussion wurde deutlich: Bei der Digitalisierung sind durchaus unterschiedliche Prioritäten festzustellen – bei den Commodity-Herstellern sehen viele vor allem die weitere Automatisierung von Prozessen als wichtig an (diese Hersteller achten eher auf Kosten), während bei den Spezialitätenanbietern der bessere Informationsaustausch im Vordergrund stehe (bei ihnen sei die Qualität der Digitalisierung wichtiger).
Risiken beherrschen
Für Robert Schmidkunz (Evonik, Head of Logistics Safety) bedeutet Chemielogistik vor allem auch eine methodische Transportrisikoanalyse, für die er die Software Resilience 360 von DHL einsetzt. In diesem System werden täglich so genannte Ereignisse eingetragen, die den Nutzern wichtige Informationen liefern – über Beförderungszwischenfälle ebenso wie über Naturkatastrophen, infrastrukturelle Störungen, politische Unruhen, Streiks, Warendiebstähle, Terrorismus, Kriege etc.
„Wichtig ist eine Risikoanalyse nicht nur für bestimmte Produkte, sondern auch für bestimmte Lieferketten. Hier hilft Resilience 360 Gefahren zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten.“ Dazu in China auch mal 1500 km Transportwege abzufahren, sei geübte Praxis.
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