Chemielogistik Mehr Mut zu Trial & Error: So verändern digitale Prozesse die Chemielogistik

Autor / Redakteur: Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Die digitale Transformation rüttelt die Welt der Logistik durch. Dabei geht es auch hier nicht allein um den Einsatz von Technologie – wichtiger sind die Analyse und Vernetzung der generierten Daten. Das Forum Chemielogistik im Mai bot den 223 Teilnehmern dazu interessante Perspektiven.

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(Bild: © 2015 Steven Van Aerschot / Fotolia.com)

“Eine Schlacht wird von Logistikern geschlagen, bevor sie begonnen hat“ – das klingt recht martialisch, tatsächlich wird das Zitat einem Offizier des 2. Weltkriegs zugeschrieben. Manche Politiker von heute sehen den Wettstreit zwischen Länderwirtschaften ebenfalls als „Battle“ – und auch vor diesem Hintergrund kann man feststellen: Die Bedeutung der Logistik für den Erfolg von Industrieunternehmen ist mit der zunehmenden Globalisierung in den zurückliegenden Jahren sogar noch gewachsen, in der Beschaffung ebenso wie in der Absatzwirtschaft.

In der chemischen Industrie kann die Chemielogistik einen Anteil von 3 bis 12 Prozent der Gesamtkosten annehmen. Im globalen Wettbewerb eine nennenswerte Größe.

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Welche Rolle spielt dabei die Digitalisierung? Welche Chancen bietet die digitale Transformation, welche Herausforderungen sind zu meistern? Das Forum Chemielogistik, veranstaltet von der BVL Bundesvereinigung Logistik, bot im Mai dieses Jahres dazu Antworten.

Zwar ähneln sich auf den ersten Blick die grundsätzlichen Herausforderungen an die Logistik in allen Branchen: Der Markt verlangt Schnelligkeit und Flexibilität sowie vor allem Liefer- und Termintreue. Doch haben diese Anforderungen in der Chemielogistik komplexere Auswirkungen – ein spezifischer Wirkstoff ist nun mal anders zu handhaben als ein Buch.

Smarte Sensorik für Smarte Prozesse

Ein praktisches Beispiel für solche weitergehenden Anforderungen: Ein smarter Sensor im Container vermittelt nicht allein Informationen zum Standort der Ware (Track & Trace), er erfasst auch Einflussfaktoren wie Temperatur, Stöße, Schwankungen oder Feuchtigkeit und übermittelt diese Daten in Echtzeit via Mobilfunk.

So kann der Hersteller durch den Sensor beweisen, dass der Inhalt des Containers beispielsweise nie Temperaturschwankungen außerhalb zugelassener Schwankungsbreiten ausgesetzt war. Das hat für temperaturempfindliche Frachten im pharmazeutischen Bereich große Bedeutung.

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