Biokunststoffe Lebensmittelverpackung Marktanalyse sieht großes Potenzial für Biokunststoffe für Lebensmittelverpackungen

Redakteur: Dominik Stephan

Die knappen Rohölreserven und ein wachsendes Bewusstsein für die Umweltprobleme, die Plastikmüll aus Verpackungsresten verursacht, haben das Interesse an kompostierbaren Biokunststoffen erheblich gestärkt. Eine neue Marktstudie von Frost & Sullivan sieht große Chancen für kostengünstige Massenprodukte.

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Eine neue Markstudie sieht große Möglichkeiten für Biokunststoffe in der Verpackungsindustrie. Biopolymer-Folien wie die abgebildete, werden bereits jetzt für Nahrungsmittelverpackungen genutzt. (Bild: BASF)
Eine neue Markstudie sieht große Möglichkeiten für Biokunststoffe in der Verpackungsindustrie. Biopolymer-Folien wie die abgebildete, werden bereits jetzt für Nahrungsmittelverpackungen genutzt. (Bild: BASF)

Frankfurt/Main – Frost & Sullivan erwarten, dass die Gewinne aus Biokunststoffen allein in Europa bis 2016 auf über 475 Millionen Euro (derzeit 142,6 Millionen) anwachsen. Treibende Karft dahinter sein steigende Rohstoffpreise und ein wachsendes Umeltbewusstsein der Konsumenten, so die Studie.

Das meiste Verpackungsmaterial wird heute aus erdölbasierten Polymeren hergestellt. Das Recyclen dieser Kunststoffe ist jedoch schwierig und ihre Abhängigkeit vom Öl als Basisrohstoff problematisch. So ist der Preis indirekt an den (steigenden) Ölpreis gekoppelt. Besonders kurzlebige Einwegverpackungen für Nahrungsmittel oder Gebrauchsgüter (die nach der Studie etwa 12% des gesamten Verpackungsmaterials ausmache) könnten hervorragend durch Biokunststoffe mit ähnlich guten hygienischen Eigenschaften ersetzt werden, so Frost & Sullivan.

Biokunststoffe aus Massenfertigung könnten den Durchbruch bringen

Starker Wettbewerbsdruck auf dem Kunststoffmarkt erschwert heute noch die Marktdurchdringung von Biokunststoffen, da diese nur schwer wirtschaftlich mit günstigem Plastik auf Rohölbasis konkurrieren können. Die unsichere Situation im nahen Osten und Nordafrika und ein stetig ansteigender Ölpreis nivellieren diese Unterschiede jedoch zunehmend. Einige Probleme bei der wettbewerbsfähigen Produktion könnten auch mit der Markteinführung von Biopolymeren aus Massenfertigung der großen Kunststoffhersteller überwunden werde, so die Studie.

"Die Konzentration auf Steigerung der Produktionskapazitäten und ihrer effizienten Nutzung könnten helfen den Preisunterschied zwischen Biopolymeren und konventionellen Kunststoffen zu überwinden," erklärt Sujatha Vijayan, der für Frost & Sullivan über Biokunststoffe forscht. "Das kann ein Marktwachstum stimulieren und uns helfen, rohlöbasierte Polymere in den verschiedensten Bereichen zu ersetzen." Doch auch die Politik sei hier gefordert: Frost & Sullivan versprechen sich große Effekte von der Einführung von Steuerprivilegien für Biokunststoffe.

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