Rohstoffpreise Februar 2012 Kunststoffpreise ziehen an - Erdgas wird knapp

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Die Rohstoffpreise legen im Februar wieder zu. Rohöl bleibt weiter teuer und steigert damit auch die Preise für Kunststoffprodukte. Die IKB Deutsche Industriebank erwartet konstante bis leicht steigende Ölpreise. Die Erdgas-Versorgung in Süddeutschland ist durch Engpässe bei der Lieferung aus Russland und durch überlastete Pipelines in Gefahr.

Firmen zum Thema

Die Lagervorräte der Börsen stiegen an, wobei die LME einen neuen Rekordwert erreichte. Diejenigen der Hersteller bewegten sich seitwärts.
Die Lagervorräte der Börsen stiegen an, wobei die LME einen neuen Rekordwert erreichte. Diejenigen der Hersteller bewegten sich seitwärts.
(Quelle: LME / Grafik: IKB)

Düsseldorf – Die Weltrohstoffpreise steigen zu Jahresbeginn etwas stärker. Vor allem der Preis für metallische Rohstoffe belebte sich im Verlauf des Januars.

Auch bei den Rohölnotierungen war insgesamt eine stabile bis leicht anziehende Tendenz zu beobachten. Einerseits deutet die Sorge um eine Wirtschaftsabschwächung in Europa und eine nur verhaltene Belebung in Amerika auf eine geringere Ölnachfrage. Andererseits belastet der Atomstreit mit dem Iran und das angestrebte Embargo für iranisches Erdöl in Europa und hält die Preise auf hohem Niveau. Zudem zeigt sich immer mehr, dass der Konflikt in Libyen vorerst nicht zu einer Normalisierung der dortigen Erdöllieferungen führt. Auch nimmt die Unsicherheit zu, dass der Demokratisierungsprozess in der Region nicht so schnell vorankommt. Alles in allem heißt dies für den Rohölpreis, dass er sich im Verlauf des ersten Quartals 2012 weiter in einem Band von 10 US-Dollar um die Marke von 110 US-Dollar je Barrel Brent bewegen dürfte. Erst wenn es zu einer nachhaltigen Entspannung in der Golfregion kommen sollte, sieht die IKB eine Tendenz in Richtung unter 100 US-Dollar je Barrel Brent.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 14 Bildern

Erdgasversorgung in Gefahr

Vor kurzem war die Versorgungssituation mit Erdgas noch entspannt und es drohten keine akuten Preiserhöhungen. Mittlerweile gibt es erhebliche Versorgungsengpässe, weil aus Russland 25 bis 30 Prozent weniger Erdgas ankommt, als es sein sollte. Im Norden Deutschlands gibt es größere Erdgas-Speicher, den Süden trifft es härter. Die Pipelines von Nord- nach Süddeutschland sind überlastet, deswegen ist auch die Versorgung des Südens durch Norwegen, den zweiten Hauptlieferanten für Erdgas in Deutschland, erschwert und einige Gemeinden in Süddeutschland rufen ihre Bürger und die Industrie zur Reduzierung ihres Gasverbrauchs auf.

Euro bleibt gegenüber Dollar stabiler

Der Abwärtstrend des Euro gegenüber dem US-Dollar scheint vorerst gestoppt zu sein. Für den Verlauf des ersten Quartals erwartet die IKB eine im Vergleich zum Durchschnitt des Januars leicht festere Tendenz. Ebenso sieht die IKB eine Bewegung um eine Marke von 1,30 US-Dollar je Euro mit einer Bandbreite von +/- 5 Cent. Mit einer in der zweiten Jahreshälfte sich beruhigenden Situation auf den Finanzmärkten und einem dann verbesserten konjunkturellen Umfeld bestehen Möglichkeiten für eine leichtere Aufwertung des Euros.

* Weitere Grafiken für Stahl-, Gas-, Öl-, Aluminium- und Kupferpreise, sowie Lagerbestände der genannten Rohstoffe können den Bildern in der Bildergalerie entnommen werden.

(ID:31799900)