Pumpentechnik KSB kämpft um seine Margen – und konzentriert sich

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

2014 war für den Pumpen- und Armaturenhersteller KSB „kein Jahr der knallenden Sektkorken“, wie auf der Bilanzpressekonferenz am 30. März zu hören war. Die Energiewende, politische Unwägbarkeiten und Währungseffekte nagen am Ergebnis. Die Umsatzrendite sank von 5,3 auf 3,3 %. Um gegenzusteuern, hat das Unternehmen ein globales Produktions- und Programmkonzept entwickelt.

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Die KSB Aktiengesellschaft wird nurmehr von zwei Vorständen geleitet – von Werner Stegmüller (li.) und Dr. Peter Buthmann. Weltweit ist die Zahl der Mitarbeiter 2014 um 237 auf 16.309 zurückgegangen.
Die KSB Aktiengesellschaft wird nurmehr von zwei Vorständen geleitet – von Werner Stegmüller (li.) und Dr. Peter Buthmann. Weltweit ist die Zahl der Mitarbeiter 2014 um 237 auf 16.309 zurückgegangen.
(Bild: KSB)

Frankenthal – Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag der Konzernumsatz mit insgesamt 2.181,7 Millionen Euro noch um 2,9 % unter dem des Vorjahres. Ursächlich für den Rückgang um 65,6 Millionen Euro waren vor allem negative Währungseffekte in Höhe von rund 53 Millionen Euro. Den Auftragseingang steigerte der Konzern um 80,0 Millionen Euro auf 2.321,2 Millionen Euro. Ohne Währungseffekte, in gleicher Höhe wie beim Umsatz, wäre dieser Zuwachs wesentlich höher ausgefallen.

Das Hauptproblem: Das Unternehmen hat „deutlich an Ergebnis verloren“, so der Vorstand Werner Stegmüller. In Zahlen ausgedrückt: das Ergebnis vor Steuern ging von 119,4 Millionen Euro im Vorjahr um satte 46,8 Millionen Euro auf 72,6 Millionen Euro zurück. Mit verantwortlich waren für diesen Rückgang neben dem hohen Preisdruck im Projektgeschäft – insbesondere bei Kraftwerkspumpen – erhöhte Abschreibungen und Restrukturierungskosten im Umfang von knapp 30 Millionen Euro. Es ist dies das seit 2008 schlechteste Ergebnis.

Nicht alles lief schlecht

Es lief natürlich nicht alles schlecht im vergangenen Jahr: Stegmüller verweist auf die exzellente Entwicklung bei Marinearmaturen (LNG), das Wachstum im Mining-Business trotz Bergbau-Flaute, ein leicht anziehendes Projektgeschäft (Kraftwerke), die Einführung des neuen 3-Wege-Vertriebssystems sowie die Gründung von 14 zusätzlichen Servicezentren in zwölf Ländern.

2015 will sich KSB wieder einem dreistelligen Millionenergebnis (EBT) annähern. Wachstumsimpulse seien aus der Industrie sowie aus neuen kraftwerkstechnischen Vorhaben in China und Indien zu erwarten – dazu werden, so Dr. Peter Buthmann, die Fertigungs- und Vertriebskapazitäten in China wie in Indien ausgebaut: ‚Energy goes East‘ – bis 2016 ist die Verlagerung von Kesselspeise-/Kühlwasserpumpen geplant; Deutschland bleibt als Fertigungsstandort aber erhalten.

Außerdem will KSB über einen speziellen Vertriebskanal das Aftermarket-Geschäft mit Service, Ersatzteilen und Austauschaggregaten verstärken. Um die Ergebnissituation zu verbessern, wird das Unternehmen bereits angelaufene Restrukturierungsprojekte in der deutschen KSB AG und in den chinesischen Tochterunternehmen fortführen.

Globales Produktionskonzept

In den kommenden Jahren wird KSB darüber hinaus ein globales Produktionskonzept umsetzen. Unter anderem ist geplant, kleinere Fertigungsstätten zugunsten größerer Produktionsstandorte aufzugeben. Auch die Programmbereinigung geht weiter: Bereits 2014 wurden 77 Baureihen als wenig ertragreich identifiziert und gestrichen; 2015 sollen weitere 86 Pumpen- und neun Armaturen-Baureihen folgen. Der Gussbetrieb in Pegnitz wird modernisiert und auf Edelstahlkomponenten ausgerichtet (Grauguss wandert nach Indien ab). Bis 2017 sollen die heute mehr als 100 Gesellschaften auf 85 reduziert werden.

Aber es wird nicht nur konzentriert und reduziert: Rund 100 Millionen Euro will KSB im laufenden Geschäftsjahr 2015 investieren, der F&E-Anteil liegt seit Jahren bei 3,5 % des Umsatzes.

* Der Autor ist freier Mitarbeiter bei PROCESS.

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