Konzernbilanz und Ausblick KSB feiert Erfolg und hat das Servicegeschäft im Blick

Autor / Redakteur: Hans-Jürgen Bittermann / Wolfgang Ernhofer

Der Pumpen- und Armaturenhersteller KSB hat sein Geschäftsjahr 2017 erfolgreich abgeschlossen. Dabei verbesserte das Unternehmen sein Konzernergebnis um knapp 40 %. Für die Zukunft erhofft sich der Konzern weitere Ertragssteigerungen und setzt dabei auf Effizienzsteigerungen und das immer wichtiger werdende Servicegeschäft.

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KSB hat den Aftermarket fest im Blick und setzt auf Additive Fertigung.
KSB hat den Aftermarket fest im Blick und setzt auf Additive Fertigung.
(Bild: KSB)

Frankenthal – Nach einer Zeit der Unruhe weht im Management von KSB ein frischer Wind. Das neue vierköpfige Führungsteam – neben dem Sprecher Dr. Stephan Timmermann sind das Dr. Stephan Bross, Ralf Kannefass und Dr. Matthias Schmitz – tritt in einem vergleichsweise angenehmen wirtschaftlichen Umfeld an, was finanziellen Spielraum für Zukunftsinvestitionen bietet. Die sollen u.a. in die digitale Transformation fließen, bei der sich das Unternehmen branchenweit in einer Führungsposition sieht.

Im vergangenen Jahr erhöhte das Unternehmen das Konzernergebnis vor Ertragsteuern um 29,6 Millionen Euro auf 104,2 Millionen Euro. Der Auftragseingang erhöhte sich im abgelaufenen Jahr um 5 % auf 2,2653 Milliarden Euro – vor allem aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung in der Wasser- und Abwasserwirtschaft, in der Industrie sowie im Bergbau. Wichtigste Absatzregion blieb Europa; zugleich markierte in der Region Asien/Pazifik die mit 13,8 % höchste Steigerungsrate den für KSB zurzeit wichtigsten Wachstumsmarkt. Wegen einer Reihe von Großaufträgen, die erst in den Folgejahren zur Auslieferung kommen werden, folgt der Umsatz dem Auftragseingang zeitversetzt. Das Umsatzvolumen erhöhte sich daher 2017 vergleichsweise geringer um 1,8 % auf 2,205 Milliarden Euro.

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In Zukunft soll die Digitalisierung den Weg zu neuen Geschäftsmodellen öffnen. Dazu wurde 2017 ein „Business Innovation Lab“ gegründet. Zwei Neuentwicklungen, darunter eine cloudbasierte Überwachungseinheit, haben es bereits in die Umsetzung geschafft. Die Cloud soll in Zukunft die Datenbasis für sämtliche Buchungs-, Fertigungs- und Abwicklungsprozesse bilden, einschließlich der einfachen Ersatzteilbeschaffung.

Additive Fertigung im Fokus

Die additive Fertigung ist für Timmermann ein zentraler Punkt seiner Servicestrategie – „Der 3D-Druck ist ein Game Changer!“. Deshalb ist es für ihn ausgemachte Sache, dass 3D-Drucker in Zukunft in allen relevanten Gesellschaften des Unternehmens verfügbar sein werden. Dr. Stephan Bross, der im Unternehmen die Bereiche Technologie, Produkte und Produktion verantwortet, sieht die potentielle Wettbewerbssituation mit externen 3D-Druck-Dienstleistern eher gelassen: Es gehe nicht allein darum, ein Bauteil per 3D-Druck zu produzieren – um sicherzustellen, dass die ‚Ausdrucke‘ die gleiche Qualität wie traditionell gegossene Komponenten besitzen, seien spezifisches Know-how und jahrelange Materialerfahrung unerlässlich. Ausgangspunkt sei hier beispielsweise Edelstahlpulver, das der Laserstrahl Schicht für Schicht zu dem gewünschten Bauteil verbindet – nicht der Vorgang an sich, sondern das Beherrschen der Gefügestruktur sei ausschlaggebend.

Ersatzteile aus dem Drucker

Generell sieht Timmermann das Unternehmen auf dem Weg zum Dienstleistungsunternehmen – wer hier neben den üblichen Servicearbeiten die Ersatzteile in kürzerer Zeit und womöglich auch die Ersatzteile anderer Anbieter liefern könne, der werde den Markt dominieren. In die gleiche Richtung zielt der geplante Ausbau von Engineering-Dienstleistungen wie das Retrofit und das Reengineering – Modernisierung bzw. Neugestaltung. Beispielsweise scannen Servicespezialisten das Original ein, wobei sie beschädigte Stellen oder sogar teilzerstörte Komponenten virtuell rekonstruieren. Je nach Größe drucken sie das Bauteil dann direkt aus oder erstellen eine neue Gussform.

Für 2018 stellt die Unternehmensführung eine weitere Steigerung von Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis in Aussicht. Das Wachstum des Auftragseingangs werde sich dabei wesentlich auf den Ausbau des Geschäfts mit Standardprodukten, Serviceleistungen und Ersatzteilen stützen. Timmermann setzt ansonsten weiter auf den Erfolg der Strategie, die Flächenproduktivität zu erhöhen und die Komplexität zu reduzieren – soll heißen: Das Zusammenlegen von Gesellschaften bzw. wenn erforderlich das Schließen von Werken sieht er als Teil des noch immer laufenden Effizienzsteigerungsprogramms im Unternehmen.

* Der Autor ist freier Mitarbeiter der PROCESS

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