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Investition in Gasturbinen Kohleausstieg für den Industriepark Höchst

Redakteur: MA Alexander Stark

Im Industriepark Höchst wird der Kohleausstieg Realität: Infraserv Höchst, die Betreibergesellschaft des Industrieparks, investiert einen dreistelligen Millionenbetrag in den Bau von zwei neuen Gasturbinen und die Modernisierung der bestehenden Gasturbinen-Anlage. Damit will der Betreiber künftig bei der Nutzenergieerzeugung komplett auf Kohle als Energieträger verzichten.

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Auf der Baustelle für die neue Gasturbinenanlage haben die Pfahlbohrarbeiten für die Fundamente begonnen.
Auf der Baustelle für die neue Gasturbinenanlage haben die Pfahlbohrarbeiten für die Fundamente begonnen.
(Bild: Maik Reuß/ Infraserv Höchst)

Frankfurt am Main – Für den Industriepark Höchst kommt der Kohleausstieg schon 2022. Dann sollen zwei neue Gasturbinen in Betrieb gehen. Damit verbunden ist die Vermeidung klimaschädlicher CO2-Emissionen in einer Größenordnung von rund einer Million Tonnen pro Jahr. Inzwischen haben die Arbeiten für den Bau der neuen Gasturbinenanlagen begonnen.

Bereits heute setzt der Industriepark auf die Vorteile der Kraft-Wärme-Kopplung und speist außerdem auch die Abwärme aus Produktions- und Verbrennungsanlagen in die Versorgungsnetze des Industrieparks ein. Der Bedarf an fossilen Brennstoffen und der damit verbundene CO2-Ausstoß fällt somit schon geringer aus. Rund 500.000 Tonnen CO2-Emissionen werden nach Unternehmensangaben pro Jahr allein durch die Kraft-Wärme-Kopplung und die Abwärmenutzung vermieden.

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Investitionen in die Wettbewerbsfähigkeit des Industrieparks

Zudem investierte Infraserv Höchst in den vergangenen 15 Jahren in eine der größten Ersatzbrennstoff-Verbrennungsanlagen Deutschlands, in der anstelle fossile Brennstoffe heizwertreiche Bestandteile von Siedlungs- und Gewerbeabfällen für die Energieerzeugung genutzt werden. Auch die Biogasanlage des Industrieparks, die größte ihrer Art in der Bundesrepublik, liefert durch die Umwandlung von Klärschlämmen und organischen Abfällen in Biogas auf umweltfreundliche Weise Energie. Mit den Investitionsmaßnahmen der vergangenen Jahre sei die Effizienz bei der Energieversorgung bereits kontinuierlich gesteigert worden, betont Dr. Joachim Kreysing, Geschäftsführer von Infraserv Höchst.

Mit der neuen Gasturbinenanlagen und der Modernisierung der bestehenden Anlage will der Industriepark in Sachen Energieeffizienz künftig einen Spitzenplatz unter den europäischen Produktionsstandorten der Chemie- und Pharmaindustrie einnehmen. Neben der ökologischen Wirkung misst das Unternehmen diesen Maßnahmen auch ökonomische Bedeutung zu. International wettbewerbsfähige Energiepreise seien für die produzierenden Kunden in der energieintensiven Chemie-Industrie entscheidende Erfolgsfaktoren, erläutert Jürgen Vormann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Infraserv Höchst. Die aktuellen Investitionen sind in seinen Augen enorm wichtig, um auch weiterhin mit Produktionsstandorten in anderen Regionen der Welt mithalten zu können und damit Arbeitsplätze in der Rhein-Main-Region zu sichern.

Steigerung der Stromerzeugungskapazitäten um 60 %

Mit den neuen Gasturbinen-Anlagen erhöht Infraserv Höchst die eigenen Stromerzeugungskapazitäten um 60 % auf 478 Megawatt. Noch wichtiger als der Strom ist dem Unternehmen zufolge die Wärme, denn produzierende Unternehmen in der Chemie- und Pharmaindustrie bräuchten Prozessdampf für ihre Anlagen. Durch die neuen Kapazitäten sei der Industriepark auch für Neuansiedlungen und Produktionserweiterungen gerüstet und somit zukunftsorientiert aufgestellt, hieß es in einer Mitteilung.

Aktuell arbeitet bei Infraserv Höchst ein aus 60 Experten unterschiedlicher Bereiche bestehendes Projektteam daran, die Projekte plangemäß umzusetzen. Im Nordteil des Industrieparks werden die beiden neuen Gasturbinenanlagen entstehen, unweit der bestehenden Anlage, deren Modernisierung aktuell läuft. Die beiden neuen Gasturbinenanlagen haben eine Leistung von jeweils 88 Megawatt elektrisch. Nachgeschaltet sind jeweils zwei Abhitze-Dampferzeuger, die jeweils pro Stunde bis zu 200 Tonnen, mehr als 500 °C heißen Hochdruckdampf sowie maximal 22 Tonnen Niederdruckdampf erzeugen können.

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