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Kältemittel

Kältemittel gesucht? Selbst ist der Anlagenbauer!

| Redakteur: Dominik Stephan

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(Bild: eckhardreuterfotodesign/Weiss-Technik)

Durch die Regulierung fluorierter Kältemittel werden nicht nur Füllstoffe für Klimaanlagen in Autos knapp: Auch der Betrieb von Klimaprüfschränken gerät in Gefahr – und damit wichtige Stresstests elektronischer Komponenten bei niedrigen Temperaturen. Alternativen müssen her.

Komponentenhersteller testen ihre Produkte häufig in Klimaprüfschränken auf thermische Belastbarkeit. Teilweise erfolgen die Tests im Bereich von -40 ° C bis -70 ° C. Das einzige Kältemittel für diese Temperaturen war bisher R23. Doch die EU-Verordnung 517/2014 zu fluorierten Treib-hausgasen verbietet dieses Mittel. Es ist seit 2017 nur noch im Rahmen von Übergangsregelungen erlaubt.

Sollten die Übergangsregelungen auslaufen, würde das die wichtigen Stresstests zur Qualitätssicherung für Komponenten und Systeme bei niedrigen Temperaturen gefährden. Denn einen gleichwertigen Nachfolger gab es nicht. Weil er im Angebot der Chemiespezialisten keine Alternative fand, entwickelt der Anlagenbauer Weiss Technik zusammen mit der TU Dresden das neue WT69. Dieses Kältemittel hat einen niedrigen GWP (CO2-Äquivalenzwert) von 1.357. Dadurch ist es entsprechend der EU-Verordnung zugelassen und zukunftssicher. Jährliche Dichtheitsprüfungen, wie sie bei R23 vorgeschrieben sind, können deswegen entfallen.

Sorgt die F-Gase-Verordnung für Engpass bei Kältemitteln?

Kältemittel

Sorgt die F-Gase-Verordnung für Engpass bei Kältemitteln?

09.05.19 - Die 2015 in Kraft getretene F-Gase-Verordnung hat fluorierten Treibhausgasen den Kampf angesagt: Mit dem Ziel, die Emission dieser Gase bis 2030 um 70 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren, regelt sie die Emissionsbegrenzung, Verwendung, Rückgewinnung und Zerstörung von fluorierten Treibhausgasen und damit verbundene zusätzliche Maßnahmen. lesen

Wichtig für Anwender ist die Übertragbarkeit der Messergebnisse. Die ist bei WT69 gegeben. Denn Klimaschränke mit WT69 verhalten sich nahezu identisch wie solche mit R23. Zum Beispiel liefert WT69 genau die gleiche Leistung zum Entzug von Wärme. Damit ist die Kälteleistung bei Klimaprüfschränken mit beiden Kältemitteln nahe-zu identisch. Stresstests erfordern manchmal sehr schnelle Tempe-raturwechsel. Die Wechselgeschwindigkeit ist bei WT69 ebenfalls praktisch gleich. Dadurch lassen sich Messreihen von Maschinen mit beiden Kältemitteln direkt miteinander vergleichen.

Anlagenbauer entwickelt selbst Kältemittel

Ungewöhnlich an WT69 ist die Entwicklung durch einen Anlagenbauer. In der Regel stellen Chemieunternehmen wie Chemours und Honeywell Kältemittel her. Doch kein Chemiespezialist bot eine Alternative für R23 an. So kooperierte Weiss Technik mit der TU Dresden bei der Entwicklung. Die Zusammenarbeit mit der Hochschule ging über die Auftragsvergabe weit hinaus. Weiss Technik unter-stützte das Projekt auch mit Maschinen und eigenem Fachpersonal. Das über Jahre, denn die Entwicklung eines Nachfolgers für R23 erwies sich als überaus schwierig. Denn es gibt laut Untersuchungen in der Natur keinen geeigneten Ersatzstoff für R23. Darum mussten die Forscher rund 100.000 Stunden investieren und 150 Mischungen untersuchen. Schließlich fanden sie ein Kältemittel, das alle Anforderungen erfüllt.

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