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Chemie 4.0 – Dechema-Kolloquium

Ist Industrie 4.0 Innovationsmotor für die Chemieindustrie?

| Autor: Wolfgang Ernhofer

Andreas Lehner, Instandhaltungsleiter bei der Infraserv Gendorf Technik, präsentiert dem Fachpublikum, wo die ISGT als Instandhalter sich bereits auf dem Weg zu „Industrie 4.0“ befindet.
Andreas Lehner, Instandhaltungsleiter bei der Infraserv Gendorf Technik, präsentiert dem Fachpublikum, wo die ISGT als Instandhalter sich bereits auf dem Weg zu „Industrie 4.0“ befindet. (Bild: Infraserv Gendorf)

Chemie 4.0? Chemieindustrie und Industrie 4.0 wollen noch nicht so recht gemeinsame Sache machen. Beim Dechema-Kolloquium im Chemiepark Gendorf diskutierten Fachleute aus der Prozessindustrie zum Thema – und eines wurde dabei überdeutlich: Es hapert bereits an einer gemeinsamen Definition.

Wenn es in den Dunstkreis des nebulösen Industrie 4.0-Begriffes geht, scheiden sich die Gemüter der Chemiker. Wo der eine behauptet, dass die Chemieindustrie ähnliche Systeme und Strukturen schon längst einsetzt, wittert der andere einen künstlichen Hype durch die Regierung, und noch einem anderen platzt fast der Kragen, weil Prozess- und Fertigungsindustrie über einen Kamm geschoren werden.

So auch im Chemiepark Gendorf in Burgkirchen, wo sich über 70 Teilnehmer beim Kolloquium von Dechema und Infraserv Gendorf über den aktuellen Status und die Perspektiven der Chemieindustrie beim Megatrend Industrie 4.0 ausgetauscht haben.

Prof. Garret O’Donnell vom Trinity College in Dublin machte gleich zu Beginn des Kolloquiums klar, dass seiner Meinung nach die IT-Komponente generell viel zu stark betont werde: „Natürlich braucht Industrie 4.0 IT. Aber im Zentrum stehen nicht IT-Experten, sondern Fachingenieure, die reale Komponenten und Prozesse in den Anlagen genau unter die Lupe nehmen, dazu alle erhobenen Daten aus der Anlage nutzen und so die Komponenten und ihre Veränderungen digital sichtbar machen.“

Instandhaltung 4.0 in der Chemieindustrie bereits möglich

Auch Andreas Lehner, Leiter Instandhaltung bei Infraserv Gendorf, richtete den Blick auf die menschliche Ebene. Seine These: „Die technische Basis der Instandhaltung 4.0 steht längst zur Verfügung. Das größte Defizit besteht derzeit darin, dass wir Menschen es noch nicht schaffen, die vorhandenen Technologien richtig zu nutzen.“

Zum nächste Vortrag übergab Moderator Dr. Thomas Wocadlo, Leiter Vertrieb und Marketing bei Infraserv Gendorf, an Prof. Michael Henke. Der Leiter des Bereichs Unternehmenslogistik am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, appellierte an alle Teilnehmer, den Trend Industrie 4.0 nicht zu verschlafen.

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