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Flexibilität von Industrieprozessen

Ist die Prozessindustrie fit für die Energiewende?

| Redakteur: Tobias Hüser

Neue Studie stellt die Flexibilitätsoptionen in der Grundstoffindustrie vor.
Neue Studie stellt die Flexibilitätsoptionen in der Grundstoffindustrie vor. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Die Prozessindustrie ist für einen Großteil des industriellen Energie- und Strombedarfs in Deutschland verantwortlich. Eine Studie hat jetzt untersucht, welche technischen Möglichkeiten in den Prozessen der Grundstoffindustrie stecken, um auf Flexibilitätsanforderungen des Stromsystems zu reagieren.

Frankfurt – Das vom BMBF geförderte Kopernikus-Projekt Synergie untersucht die Flexibilität von Industrieprozessen. Aus dem Projekt heraus wurde nun eine umfassende Studie zu den Flexibilitätsoptionen in den Prozessen der Grundstoffindustrie veröffentlicht. Die Ergebnisse der Studie sehen wie folgt aus:

  • Die untersuchten Prozesse können prinzipiell für kurze Zeiträume (15 Minuten) positive Flexibilität und eingeschränkt negative Flexibilität anbieten.
  • Für mittlere und lange Zeiträume (Stunden bis Tage) ist positive Flexibilität nur in wenigen Prozessen möglich, da dies mit einem Produktionsausfall einhergeht.
  • Priorität vor einem Anbieten von Flexibilität hat die Belieferung der Kunden mit den Produkten.
  • Flexibilität und Effizienz verhalten sich gegenläufig, d.h. eine erhöhte Flexibilität senkt die Effizienz des Prozesses.
  • Veränderungen der Betriebsweise führen in der Regel zu Veränderungen der Produktqualität.
  • Die aktuellen Regeln des Stromsystems begünstigen einen kontinuierlich (nicht-flexiblen) Betrieb der Anlagen.
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In enger Zusammenarbeit haben die Forschungseinrichtungen der Branchen und die akademischen Partner eine Methodik entwickelt, um konsistent Potenziale, Perspektiven und Hemmnisse der untersuchten industriellen Prozesse bei typischen Anforderungsprofilen zu analysieren. Die untersuchten Prozesse wurden nach ihrem elektrischen Energiebedarf und der Bedeutung in ihrer jeweiligen Branche ausgewählt:

  • Stahl: Elektrostahlherstellung (Elektrolichtbogenofen);
  • Glas: Behälterglasherstellung (Elektrische Zusatzheizung);
  • Zement: Roh- und Zementmahlung (Roh- und Zementmühlen);
  • Chemie: Chlor-Herstellung (Chlor-Alkali Elektrolyse);
  • Feuerfest: Herstellung von Schmelzkorund (Rohstoffschmelzanlage).

Für diese Prozesse werden die technischen Potenziale und die zukünftigen Perspektiven ausgewiesen und auf Deutschland hochgerechnet. Des Weiteren werden die Hemmnisse, die einer Ausnutzung der Potenziale im Wege stehen, für die einzelnen Prozesse dargestellt und im Kontext der Rahmenbedingungen der Grundstoffindustrie eingeordnet. Durch die enge Einbindung der branchenspezifischen Expertennetzwerke wurden die Ergebnisse innerhalb der Branchen diskutiert und validiert.

Die Studie kann auf den Internetseiten der beteiligten Partner und des Synergie-Projektes kostenfrei heruntergeladen werden.

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