Pumpen Interview: Bran+Luebbe feiert in diesem Jahr seinen 75sten Geburtstag

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Bran+Luebbe vereinbart die Agilität eines Mittelständlers mit dem Selbstbewusstsein, das eine starke Mutter im Rücken verleiht. Basis des Erfolgs ist der Zugriff auf ein breites Produktportfolio, profundes technisches Know-how und die richtige Nase, wenn es um die Erschließung neuer Geschäftsfelder geht. PROCESS sprach mit Hanno Kellner, Geschäftsführer SPX Process Equipment Bran+Luebbe GmbH.

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Hanno Kellner, Geschäftsführer SPX Process Equipment Bran+Luebbe GmbH: „Service, Support und Applikations-Know-how sind Schlüssel, um am Markt zu bestehen.“
Hanno Kellner, Geschäftsführer SPX Process Equipment Bran+Luebbe GmbH: „Service, Support und Applikations-Know-how sind Schlüssel, um am Markt zu bestehen.“
( Archiv: Vogel Business Media )

PROCESS:

Herr Kellner, Bran+Luebbe blickt seit der Gründung vor 75 Jahren auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Seit 2001 gehört das Unternehmen zur SPX-Holding. Wie ist zurzeit ihre Stellung in der Holding?

Kellner:

Die SPX-Corporation besteht aus vier großen Segmenten, eines davon ist die SPX Flow Technology zu der wiederum SPX-Process Equipment gehört. Bran+Luebbe ist ein Teil von SPX-Process Equipment. Norderstedt erfüllt zwei Funktionen: als weltweites Produktcenter steht der Standort in der Verantwortung für alle Bran+Luebbe-Produkte. Vor Ort haben wir die Entwicklungsabteilung, das Engineering und den Sales Support, ein Trainingscenter, und ein Center für Feasibility-Studien bei speziellen Kundenspezifikationen und die Produktion. Außerdem fungieren wir als nationale Vertriebsorganisation für andere Produkte aus der Prozess-Equipment-Familie, dazu gehören Rührwerke, die Pumpen von WCB, Wärmetauscher sowie Engineering und Service für das gesamte Programm.

PROCESS:

Wenn Sie die Firmengeschichte Revue passieren lassen, wo sehen Sie einen wesentlichen Meilenstein?

Kellner:

Ein großer Sprung und ein echter Glücksfall war die Übernahme durch UDI, die Bran+Luebbe intensiv weiterentwickelt und viel investiert haben, u.a. ist am Standort für rund zwei Millionen Euro ein neues Maschinen-Center gebaut worden. Auch die Übernahme von UDI durch SPX hat uns nach vorne gebracht. Wir konnten dadurch das Produktportfolio deutlich über das Kerngeschäft der Bran+Luebbe-Pumpen hinaus erweitern.

PROCESS:

Wie differenzieren Sie sich vom Wettbewerb?

Kellner:

Service, Support und Applikation sind die Schlüssel, um im Markt zu bestehen, und das wird bei den Prozesssystemen noch sehr viel wichtiger. Der Kunde erwartet, dass sein Zulieferer seine speziellen Spezifikationen kennt. Unsere Stärke ist, dass wir auf das gesamte Portfolio der Gruppe zurückgreifen können und in der Lage sind, ganze Prozesssysteme zu liefern. Das ist besonders in der Öl- und Gasindustrie und im Personalcare-Bereich wichtig. Seit wir zusätzlich noch die WCB-Pumpen und Rührwerke mitanbieten können, ist der Anteil eigener Produkte stark gestiegen.

PROCESS:

Sie bewegen sich in einem reifen Markt, der sich zudem noch durch langlebige Produkte auszeichnet. Wie gewinnen Sie zusätzliche Marktanteile dazu?

Kellner:

Wir, d.h. SPX, wachsen natürlich durch Akquisitionen, aber viel gesünder ist unser gutes organisches Wachstum. Und hier öffnen sich immer wieder neue Märkte sowohl räumlich als auch thematisch, gerade im Bereich Biofuels. Wenn sich ein neuer Markt auftut, ob das Umwelt, Öl und Gas oder Personal Care ist, wir haben immer ein passendes Produkt im Portfolio. Wenn es nicht die Pumpe ist, dann können wir vielleicht ein Rührwerk bieten oder einen Analyzer.

PROCESS:

Sind Biofuels ein Thema für Bran+Luebbe?

Kellner:

Biofuels sind für uns als Process-Equipment weltweit ein Riesenthema. Wir setzen hier unsere eigenen Pumpen, die WCB-Pumpen, die Plenty-Mirlees-Pumpen unserer schottischen Kollegen und Rührwerke ein. Großes Thema ist auch die Herstellung von Biofuels aus Biomasse. Hier haben wir für einen dänischen Kunden eine neue Pumpe entwickelt, die genau an den Prozess angepasst ist.

PROCESS:

Und wo werden sich künftig weitere Märkte öffnen?

Kellner:

Den Energiesektor sehen wir als wichtigen Zukunftsmarkt. Wir sind gerade im Gespräch mit einem Ölunternehmen. Dabei geht es beispielweise um die Frage: Wie schöpft man Ölquellen noch effizienter aus, vor allem alte. Auch geht es um die Entwicklung von Pumpen, die am Meeresgrund arbeiten können, und die Frage, wie eine Pumpe konstruiert sein muss, damit sie hohen Drücken und der korrosiven Umgebung Stand hält. Für uns ist es natürlich interessant, von Anfang an eine neue Entwicklung zu begleiten. Wenn es hier gelingt, als erster mit im Boot zu sein und technologisch an vorderster Front zu stehen, dann ist das ein wichtiger Schritt in den neuen Markt.

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