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Investition von bis zu 3,6 Milliarden Euro

Internationales Konsortium prüft Bau von erstem CO2-neutralem Petrochemiestandort

| Redakteur: Alexander Stark

Adnoc, Adani, BASF und Borealis wollen mit einer gemeinsamen Machbarkeitsstudie die Zusammenarbeit beim Bau eines Chemie-Komplexes in Mundra im indischen Bundesstaat Gujarat weiter prüfen. Die nun unterzeichnete Absichtserklärung ist der nächste Schritt zur Realisierung der von BASF und Adani angekündigten Investitionspläne in den ersten petrochemischen Standort, der vollständig CO2-neutral betrieben würde.

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Die gemeinsame Absichtserklärung umfasst die Zusammenarbeit an einem chemischen Produktionskomplex im indischen Mundra.
Die gemeinsame Absichtserklärung umfasst die Zusammenarbeit an einem chemischen Produktionskomplex im indischen Mundra.
(Bild: Adani)

Leverkusen; Mundra/Indien – Bereits im Januar diesen Jahres haben BASF und die indische Adani-Gruppe eine Absichtserklärung zur Prüfung einer gemeinsamen Großinvestition im Bereich der Acryl-Wertschöpfungskette unterzeichnet. Durch eine Beteiligung von Adnoc und Borealis als potenzielle Partner sollen sich nun verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten für den Chemie-Komplex ergeben. Ziel ist es, die technischen, finanziellen und operativen Stärken jedes Unternehmens bestmöglich zu nutzen, hieß es in einer gemeinsamen Presseerklärung. Die Gesamtinvestition wird auf bis zu 3,6 Milliarden Euro geschätzt. Die Partner wollen die gemeinsame Machbarkeitsstudie bis zum Ende des ersten Quartals 2020 abschließen. Der Produktionsstart ist für 2024 geplant.

Der vorgesehene Standort ist am Hafen von Mundra im indischen Bundesstaat Gujarat geplant. Die Produkte sollen vorwiegend eine große Bandbreite lokaler Industrien im indischen Markt bedienen, darunter Bau, Automobil und Lacke. Es ist beabsichtigt, den Chemie-Komplex in Mundra vollständig aus erneuerbaren Energien zu versorgen. Die Partner prüfen eine Co-Investition in einen Wind- und Solarpark; diese Pläne befinden sich in einem fortgeschrittenen Stadium. Bei einer Realisierung wäre es der weltweit erste petrochemische Standort, der vollständig mit erneuerbarer Energie CO2-neutral betrieben würde.

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Die Zusammenarbeit der Unternehmen umfasst die Prüfung einer gemeinsamen World-Scale-Anlage zur Propandehydrierung (PDH) für die Herstellung von Propylen auf Basis von Propan, das von Adnoc eingeliefert werden soll. Das Propylen soll zum Teil als Ausgangsmaterial für einen Polypropylen-Komplex genutzt werden, der sich im Besitz von Adnoc und Borealis befinden wird und in dem die aktuelle proprietäre Borealis Borstar-Technologie zum Einsatz kommen soll. Der Polypropylen-Komplex wird die erste gemeinsame Investition in die Produktion in Übersee sein, die beide Unternehmen im Rahmen der strategischen Ausrichtung ihres Joint Ventures Borouge tätigen. Darüber hinaus wird Propylen der wichtigste Grundstoff für den bereits angekündigten Produktionskomplex im Bereich der Acrylwertschöpfungskette sein. Dieser umfasst Acrylsäure rein (GAA), Oxo-C4-Produkte (Butanole und 2-Ethylhexanol), Butylacrylat (BA) sowie mögliche weitere nachgelagerte Produkte. Die Investition in die Acrylwertschöpfungskette ist Teil eines Joint Ventures von BASF und Adani, mit einem Mehrheitsanteil von BASF.

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