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Fachkräfte-Index Engineering Ingenieure im dritten Quartal 2020 wieder etwas mehr nachgefragt

Redakteur: MA Alexander Stark

Der Hays-Fachkräfte-Index Engineering ist im dritten Quartal 2020 gegenüber dem Vorquartal um 11 Punkte auf einen Wert von 100 gestiegen. Ein Teil des Rückgangs durch den Corona-Lockdown ist damit wieder ausgeglichen.

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Die exzellente Auftragslage im Hoch- und Tiefbau sorgt für eine hohe Nachfrage nach Bau- und Planungsingenieuren.
Die exzellente Auftragslage im Hoch- und Tiefbau sorgt für eine hohe Nachfrage nach Bau- und Planungsingenieuren.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Mannheim – Obwohl die Nachfrage nach Ingenieuren im dritten Quartal 2020 leicht gestiegen ist, liegt der Index-Wert aktuell nur auf dem Niveau der Jahre 2015/2016 und somit deutlich niedriger als in den vergangenen drei Jahren.

Die Nachfrage nach den im Hays-Fachkräfte-Index untersuchten Positionen entwickelte sich im dritten Quartal 2020 gegenüber dem Vorquartal uneinheitlich. Die deutlichsten Steigerungen gab es bei Bauingenieuren (+32 Punkte auf 219), Planungsingenieuren (+19 Punkte auf 156), Maschinenbau-Entwicklungsingenieuren (+13 Punkte auf 55) und Projektingenieuren (+12 Punkte auf 105). Dagegen sank die Nachfrage für Entwicklungsingenieure im Bereich Elektronik/Elektrotechnik (–10 Punkte auf 50) deutlich. Bei Entwicklungsingenieuren vieler anderer Fachrichtungen herrschte Stagnation.

Die hohen Index-Werte bei Bau- und Planungsingenieuren lassen sich durch die exzellente Auftragslage im Hoch- und Tiefbau erklären. Auch der Corona-Lockdown hat daran nur wenig geändert. Dagegen spiegeln die extrem niedrigen Index-Werte für Entwicklungsingenieure der Antriebstechnik bzw. im Bereich Automotive die Transformation in der Automobilbranche wider: weg von Verbrennern, hin zu Stromern und vernetzten Fahrzeugen.

In den meisten der analysierten Branchen stieg der Bedarf an Ingenieuren im dritten Quartal 2020 gegenüber dem Vorquartal. Besonders stark fiel er in der IT-Branche aus, wo der Index-Wert um 65 Punkte auf 173 kletterte. Der Wert ist damit höher als in den beiden Quartalen unmittelbar vor dem Corona-Lockdown. Der Branche dürfte zugutekommen, dass sie bislang relativ problemlos durch die Krise gekommen ist. Aufgrund der durch Corona weiter beschleunigten Digitalisierung steigt wohl ihr Bedarf an Fachkräften weiter.

Auch die öffentliche Verwaltung suchte mehr Ingenieure (+19 Punkte auf 226), wohl vor allem aufgrund des Investitionsstaus bei Infrastrukturprojekten. Einzig in der Automobilindustrie ist die Nachfrage nach Ingenieuren nochmals weiter zurückgegangen (–4 Punkte auf 24). Es ist der mit großem Abstand niedrigste Index-Wert im Bezugszeitraum seit dem ersten Quartal 2015.

Gegenüber dem Vorjahresquartal sank der Bedarf an Ingenieuren in fast allen untersuchten Positionen deutlich bis sehr deutlich. Nur die Index-Werte für Bauingenieure (+28 Punkte) und Planungsingenieure (+17 Punkte) sind gestiegen. Am stärksten sanken die Index-Werte für Automatisierungsingenieure (– 70 Punkte) und Entwicklungsingenieure im Automobilbereich (–63 Punkte). In der Mehrzahl der Branchen gingen die Index-Werte gegenüber dem Vorquartal ebenfalls zurück. Eine Ausnahme bildete die öffentliche Verwaltung (+33 Punkte). Das Baugewerbe zeigt ein kleines Plus (+4 Punkte), die IT-Branche ist unverändert.

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