Industriepark Höchst Infraserv Höchst investiert weiter in Energieversorgung

Redakteur: Marion Henig

Neue Investitionsrekorde und wachsende Umsätze: Der Industriepark Höchst demonstriert in gewohnter Weite Standortstärke. Jürgen Vormann und Dr. Roland Mohr, Geschäftsführer der Industriepark-Betreibergesellschaft Infraserv Höchst haben nun zwei neue Energieversorgungsprojekte vorgestellt.

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Frankfurt – Durch eine neue Gasturbinen-Anlage soll die Energieversorgung des Industrieparks Höchst weiter ausgebaut werden. 70 Millionen Euro sollen in die neue Anlage investiert werden, in der zwei Gasturbinen mit jeweils 45 Megawatt elektrischer Leistung in einem gemeinsamen Abhitzekessel Dampf erzeugen. Dieser wird in den bestehenden Dampfturbinen zur Stromerzeugung genutzt und in das Dampfversorgungsnetz des Industrieparks eingespeist wird. Die Anlage soll Anfang 2011 in Betrieb gehen. „Ein herkömmliches Konzept wäre im Vergleich zu der geplanten Gasturbinen-Anlage deutlich billiger, doch die Summe der strombedingten CO2-Emissionen wäre fast doppelt so hoch. Im Vergleich werden bei der neuen Anlage 224 000 Tonnen CO2 pro Jahr weniger emittiert“, erläuterte Dr. Roland Mohr, der in diesem Zusammenhang auf die Einsparungen von Kohlendioxid im Industriepark hinweist. 400 000 Tonnen jährlich würden derzeit durch die konsequente Nutzung der Abwärme aus Industrieanlagen und die Kraft-Wärme-Kopplung eingespart. So erreichen die bestehenden Energieerzeugungsanlagen, die außer Strom vor allem Dampf für die Produktionsanlagen der Standortgesellschaften erzeugen, laut Betreiber einen Brennstoffnutzungsgrad von über 90 Prozent.

Als weiteres Projekt präsentierte Mohr eine neue Bioerdgas-Aufbereitungsanlage, die Infraserv Höchst gemeinsam mit Mainova Energiedienste errichten wird. In dieser fünf Millionen Euro teuren Anlage soll ab 2011 das Rohbiogas, das in der Biogasanlage von Infraserv Höchst aus Klärschlämmen sowie organischen Abfällen erzeugt wird, auf Erdgasqualität aufbereitet und bis zu 80 000 Megawattstunden (MWh) in das öffentliche Netz eingespeist werden.

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Geschäftsentwicklung positiv

Die Infraserv Höchst-Gruppe erwartet in diesem Jahr eine Umsatzsteigerung von 17,3 Prozent auf 1,057 Milliarden Euro. Damit würde der Industrieparkbetreiber erstmals die Milliardengrenze überschreiten. 958 Millionen Euro hiervon entfallen auf die Infraserv GmbH & Co. Höchst KG, die fast 19 Prozent Umsatzsteigerung erzielte. „Verhalten optimisisch“ heißt die Prognose für 2009. Gerade die Tochtergesellschaft Infraserv Logistics sei von Auftragsrückgängen bei den Kunden sofort betroffen. Vormann betonte, das Infraserv Höchst in den vergangenen Jahren verschiedene Maßnahmen umgesetzt habe und auch weiterhin plane, um auch für wirtschaftlich schwierige Zeiten gerüstet zu sein: „Wir werden unsere Bestrebungen in Bezug auf die kontinuierliche Effizienzsteigerung konsequent fortsetzen.“

Überblick über laufende Projekte

Im Jahr 2008 investieren die rund 90 Standortgesellschaften mehr als 602 Millionen Euro im Industriepark Höchst. Damit wird der bisherige Spitzenwert von 450 Millionen Euro in 2001 deutlich übertroffen. Insbesondere im Südteil werden derzeit mehrere Großprojekte realisiert, von der Ansiedlung der Ticona-Produktionsanlage über den Bau der Ersatzbrennstoff-Anlage bis hin zum Bau einer neuen Luftzerlegungsanlage durch die italienische Firma Sol. Bereits in Betrieb genommen wurden die Pen-Fertigungsanlage sowie ein neues Hochregallager der Firma Sanofi-Aventis, das Neue Logistik Center von Infraserv Logistics oder der Verwaltungs-Neubau von Bayer CropScience. Und auch im kommenden Jahr rechnen Vormann und Mohr, Geschäftsführer der Industriepark-Betreibergesellschaft Infraserv Höchst, mit einem weiteren Investitionssrekord.

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