Chemiepark Gendorf Infraserv Gendorf modernisiert Kraftwerk

Redakteur: Gerd Kielburger

In Kürze verfügt der Chemiepark Gendorf über mehr Power und Energieeffizienz. Nach dem Austausch der Gasturbine und der Inbetriebnahme der neugebauten Messwarte stehen nun auch die Anschlussarbeiten rund um die ebenfalls ausgewechselte Dampfturbine vor dem Abschluss. Eines der größten Standort-Investitionsprojekte findet damit seinen Abschluss.

Firmen zum Thema

Szene aus dem neuen Film zur Modernisierung des Kraftwerks: Die Dampfturbine mit Generator an ihrem Standort im Kraftwerk: für Einbau und Anschluss an das bestehende Rohrleitungsnetz war eine enge und detaillierte Abstimmung zwischen ISG Engineering, ISGT und dem Kraftwerkbetreiber Ver- und Entsorgung nötig. Die Rohre im Bild sind eine Animation, da zum Zeitpunkt der Aufnahme die Anschlussarbeiten noch nicht abgeschlossen waren.
Szene aus dem neuen Film zur Modernisierung des Kraftwerks: Die Dampfturbine mit Generator an ihrem Standort im Kraftwerk: für Einbau und Anschluss an das bestehende Rohrleitungsnetz war eine enge und detaillierte Abstimmung zwischen ISG Engineering, ISGT und dem Kraftwerkbetreiber Ver- und Entsorgung nötig. Die Rohre im Bild sind eine Animation, da zum Zeitpunkt der Aufnahme die Anschlussarbeiten noch nicht abgeschlossen waren.
(Bild: Infraserv Gendorf)

Burgkirchen – Die neue Dampfturbine im Kraftwerk des Chemieparks Gendorf sei ein wahres Powerpaket. Die Turbine hat mit Getriebe und Generator ein Gewicht von ca. 72 Tonnen, einen Dampfdurchsatz von 120 Tonnen in der Stunde und eine Wirkleistung von 15,4 MW. Nach dem erfolgten Anschluss an das Hochdruckdampfrohrleistungsnetz, das ebenfalls modernisiert wurde, ist die Verbindung zwischen Dampfturbine und Abhitzekessel wieder hergestellt, heißt es in einer Presseerklärung aus Burgkirchen. Damit kann die KWK-Anlage (Kraft-Wärme-Kopplung) des Kraftwerks, die aus Gasturbine, Abhitzekessel und insgesamt zwei Dampfturbinen sowie einem weiteren Kessel besteht, den regulären Betrieb wiederaufnehmen.

In Bezug auf Technik, Kosten und Termin hätte man strenge Vorgaben eingehalten, denn in puncto Versorgungszuverlässigkeit für die Standortkunden seien keine Kompromisse möglich gewesen, so die Verlautbarung der Infrastrukturdienstleister aus Burgkirchen. Das betont auch Karsten Groß, Leiter der Ver- und Entsorgung bei InfraServ Gendorf: „Der Betrieb musste stets aufrechterhalten werden. Wir durften keine Einschränkungen bei der Produktion unserer Kunden zulassen“. Dabei war bei der Planung und dem Anschluss der neuen Dampfturbine an das bestehende Rohrleitungsnetz das Bauen im Bestand eine zentrale Herausforderung, da die vorhandenen Gegebenheiten bei der Integration berücksichtigt werden mussten: „Um das komplette Gebäude inklusive Prozessanlagen genauestens zu erfassen, wurde mittels lasergestütztem 3D-Verfahren ein virtuelles 360-Grad-Modell vom kompletten Kraftwerk erstellt“, erläutert Dr. Robert Eckl, der als Projektleiter des ISG-Engineering die Planungen betreut hat. So konnten sämtliche vorhandenen Anlagen- und Gebäudeteile detailgetreu abgebildet werden. Bei der Umsetzung stimmten sich dann Engineering, Bauprojektmanagement, InfraServ Gendorf Technik und die Ver- und Entsorgung als Kraftwerkbetreiber anhand dieses Modells detailliert miteinander ab.

Logistische Herausforderung

Eine technische und logistische Meisterleistung war es die Dampfturbine an ihren Platz im Kraftwerk zu bringen. Die Trägerdecke der Halle musste dafür temporär extra verstärkt werden. An ihrem endgültigen Platz steht die Maschine auf einem Turbinentisch, der von seiner Umgebung entkoppelt ist, damit sich die Schwingungen der Turbine nicht auf die Statik des Gebäudes übertragen, wie ISG-Kraftwerkleiter Albert Schauer erklärt: „Auch dies ist den baulichen Gegebenheiten in unserem Kraftwerkgebäude geschuldet, das noch aus den Anfängen des Chemieparks stammt.“

Sicherheit und Qualität hatten stets oberste Priorität. Die Rohre müssen enormem Druck und Temperatur standhalten und haben daher eine Wanddicke von 20 mm. Zum Vergleich: Im normalen Anlagenbau in der Chemieindustrie werden in der Regel Rohre mit durchschnittlich 6 mm eingesetzt. Dementsprechend groß ist der Sicherheitsaspekt im Kraftwerk. Alle verbauten Rohre, die mittels eines aufwendigen Schweißverfahrens verbunden wurden, wurden vor Inbetriebnahme dreifach mit unterschiedlichen Verfahren geprüft, um maximale Sicherheit und Qualität zu gewährleisten.

Mit der Inbetriebnahme der Dampfturbine kann die Modernisierung des Kraftwerks nun abgeschlossen werden. Chemieparkbetreiber InfraServ Gendorf hat dieses Meilensteinprojekt mit einem Investitionsvolumen von über 35 Millionen Euro erfolgreich gestemmt. „Damit ist die Versorgung mit Energie und Medien unserer Kunden am Standort auch zukünftig sicher, hochverfügbar und effizient gewährleistet“, so Karsten Groß.

(ID:44866417)