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Studie Industriespionage für Unternehmen gefährlicher als Wirtschaftskriminalität

Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Die Bemühungen der deutschen Unternehmen um stärkere Compliance und Präventionsprogramme zahlen sich aus. Der Anteil der von Wirtschaftskriminalität betroffenen Betriebe ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken, wie die Unternehmensberatung Price Waterhouse Coopers (PWC) am Donnerstag mitteilt. Dafür steigt die Angst vor Industriespionage dramatisch.

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Wer lauscht denn da? Deutsche Unternehmen sind in Sachen Industriespionage sehr sensibel geworden.
Wer lauscht denn da? Deutsche Unternehmen sind in Sachen Industriespionage sehr sensibel geworden.
(Bild: Wikimedia/Christian M.)

Während in der PWC-Studie von 2009 noch 61 % der befragten Unternehmen von Wirtschaftskriminalität betroffen waren und 2011 52 %, sind es aktuell nur noch 45 %, wie es heißt. Dies geht aus der Studie „Wirtschaftskriminalität und Unternehmenskultur 2013“ von PWC und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hervor (Download am Ende des Artikels), für die deutschlandweit 603 Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten befragt worden seien. Würden neben den nachgewiesenen Delikten auch die konkreten Verdachtsfälle der vergangenen zwei Jahre berücksichtigt, ergebe sich ausgehend von den Ergebnissen der Studie aus 2011 ein Rückgang der Kriminalitätsbelastung von 73 % auf aktuell 53 %.

Complianceprogramme drängen Wirtschaftskriminalität zurück

„Der starke Rückgang der Kriminalitätsbelastung ist insbesondere auf die wachsende Verbreitung von Complianceprogrammen zurückzuführen. Mittlerweile setzen etwa drei von vier Unternehmen auf systematische Kontrollen und Kriminalitätsprävention. 2009 berichtete nicht einmal jeder zweite Betrieb von derartigen Maßnahmen“, meint Steffen Salvenmoser, Partner bei PWC im Bereich Forensic Services. Von den rund 25 % der Unternehmen, die kein Compliance-Programm implementiert hätten, verweise etwa jedes zweite auf zu hohe Kosten und zu viel bürokratischen Aufwand. Knapp die Hälfte der Befragten ohne Compliance-Programm sei der Ansicht, dass der Nutzen von Compliance-Maßnahmen den Aufwand nicht rechtfertigt. Diese Auffassung sei insbesondere bei kleineren Unternehmen mit weniger als 1000 Mitarbeitern sehr verbreitet (72 %).

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Aus aktuellem Anlass sei die Studie um ein Kapitel zu den Auswirkungen der NSA-Affäre ergänzt worden. Wie eine Zusatzbefragung von 250 Unternehmen im September 2013 laut Mitteilung ergab, schätzt jeder vierte Betrieb das Risiko von Industriespionage aktuell höher ein als vor den Enthüllungen von Edward Snowden. Jedes dritte Unternehmen wolle die Sicherheit seiner IT- und Kommunikationssysteme überprüfen. 15 % erwägten sogar eine Umstellung auf europäische IT-Dienstleister, um ihre Daten vor dem Zugriff US-amerikanischer und britischer Geheimdienste zu schützen.

Hohe Dunkelziffer bei Datendiebstahl und Industriespionage

Dabei sei zu berücksichtigen, dass die Ungewissheit über das tatsächliche Ausmaß dieser Deliktarten vergleichsweise hoch ist. So habe es in den Jahren 2012 und 2013 nur bei 5 % der Betriebe mindestens einen nachgewiesenen Fall von Datendiebstahl gegeben, aber immerhin bei 15 % der Befragten mindestens einen (weiteren) konkreten Verdacht. Bei der Industrie- und Wirtschaftsspionage sei die Diskrepanz zwischen Schadensfällen (2 % der Unternehmen) und Verdachtsfällen (10 % der Unternehmen) ebenfalls besonders groß.

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