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NAMUR-Hauptversammlung 2013

Industrie 4.0 ist Ideentreiber für Prozessindustrie

| Autor / Redakteur: Sabine Mühlenkamp / Matthias Back

Thorsten Pötter von Bayer Technology Services bei seinem Vortrag „Enabling Industrie 4.0 - Chancen und Nutzen für die Prozessindustrie“.
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Thorsten Pötter von Bayer Technology Services bei seinem Vortrag „Enabling Industrie 4.0 - Chancen und Nutzen für die Prozessindustrie“. (Bild: PROCESS/Kielburger)

Mitdenkende Maschinen sind längst keine Vision mehr, sondern bereits existent. „Das Marsmobil ist vollkommen autark und benötigt keine Befehle, um seine Aufgaben zu erfüllen. Warum kann man solche Technologie nicht auch hier auf der Erde viel stärker nutzen“, fragte Thorsten Pötter, BTS in seinem Vortrag auf der diesjährigen Namur-Hauptsitzung in Bad Neuenahr. Und BASF-Mitarbeiter Martin Schwibach fordert, dass Security-Anforderungen den Kern jedes System, jeder Software oder Anwendungsentwicklung sein müssen.

Für den Bayer-Mann Pötter ist Industrie 4.0 vor allem ein Ideentreiber. „Wir sind berühmt für unsere hohe Produktqualität, das soll auch so bleiben“, gibt Pötter seine Beweggründe an, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Daraus folge etwa, dass man sich mit den Themen Software und IT näher beschäftigen müsse. Laut Pötter sind derzeit 90 % aller Prozessoren in Embedded Systemen eingebaut und nur 10 % in PCs. Allein in 2010 gab es demnach schätzungsweise 10 Milliarden Prozessoren, die in Anlagen, Maschinen und Komponenten eingebaut wurden. Doch diese Zahlen würden in Zukunft rasant ansteigen, wie auch deren Vernetzung, so Pötter.

Um die immer volatileren Märkte beherrschen zu können, sei eine flexible Produktion nötig, so seine These. „Hierzu gehören adaptive und sich selbst-konfigurierende selbstorganisierende Anlagen. Ein hoher Vernetzungsgrad und hochverfügbare Informationsdienste sind hierfür die Grundvoraussetzung“. BTS-Mitarbeiter Pötter nannte zwei Beispiele, wie so etwas in der Praxis der Prozessindustrie aussehen könnte.

Stichwort Augmented Reality: Über Vuzix Smart Glasses, einem Pendant von Google Glass, ließen sich beispielsweise während des Wartungsrundgangs weitere Informationen über die Anlage anzeigen. Der Wartungstechniker hat dabei beide Hände frei. Gleichzeitig ließe sich damit auch einwandfrei dokumentieren, ob eine Wartung ordnungsgemäß durchgeführt wurde.

Für Pötter ist die Fehlervorhersage auf einem Device ein weiteres Beispiel. „Das Device lernt aus der Vergangenheit, nimmt aber auch Informationen aus der aktuellen Betriebsumgebung auf, etwa Temperatur und Feuchte. Was wäre, wenn das Gerät all diese Informationen twittert und zwar unabhängig davon, wer der Empfänger dieser Informationen wäre?“, fragt Pötter in seinem visionärem Vortrag und ergänzt: „Könnte man dann nicht noch einen Schritt weitergehen und diese Informationen sammeln und mit Hilfe intelligenter Modelle auswerten? Damit ließe sich die Qualität von Vorhersagen über drohende Fehler in Feldgeräten und anderen Komponenten im Feld deutlich steigern“, ist sich Pötter sicher.

Unabhängig davon, ob, wann und wie diese Themen in Zukunft angegangen werden. „Voraussetzungen dafür sind, dass man die Komplexität vom Anwender fern hält“, betont der Bayer-Mann. Bedacht werden müssten selbstverständlich auch die Themen IT Security und Intellectual Property Schutz. Doch sollten diese komplexen Fragestellungen seiner Auffassung nach nicht gleich als Killerargument für Industrie 4.0 vorgeschoben werden. Mit dieser Meinung scheint Pötter in der Namur nicht allein zu stehen. Da Industrie 4.0 alle Arbeitsfelder in der Namur betrifft, wurde gar eine Caretaker-Gruppe ‚Enabling Industrie 4.0‘ gegründet.

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