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Nicht nur die Technik wird zertifiziert
Im Mittelpunkt etablierter Explosionsschutz-Regelwerke steht stets allein das Produkt – ein elektrisches Betriebsmittel, das in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden soll. Es wird geprüft, zertifiziert, kann dann installiert und in Betrieb genommen werden. Damit hat sich die Reichweite der klassischen Ex-Zertifizierungen erschöpft. Das IECEx-System hingegen geht über diesen klassischen Ansatz hinaus und bezieht außer Produkten auch Prozesse, Institutionen und Personen systematisch in sein Sicherheitsversprechen ein.
Es gliedert sich dazu in mehrere Teilbereiche auf, von denen nur einer auf Betriebsmittel bezogen ist – nämlich die seit etwa 15 Jahren etablierte Zertifizierung von Geräten („IECEx Equipment Scheme“). Daneben sieht das System seit einigen Jahren auch eine Zertifizierung von Reparaturwerkstätten („IECEx Certified Service Facilities Scheme“) sowie inzwischen zudem die Prüfung der Kompetenz von Ex-Fachleuten vor („IECEx Certification of Personnel Competencies“).
Das IECEx-System hat sich deshalb die Schaffung einheitlicher Standards zur leichteren und zuverlässigeren Auswahl qualifizierter Dienstleister für Wartungs- und Reparaturarbeiten zum Ziel gesetzt, weil es längst überall in der Industrie übliche Praxis ist, externe Partner für diese Aufgaben heranzuziehen – im eigenen Haus sind dafür oft gar keine Kapazitäten mehr vorhanden.
Zertifiziert werden bisher Dienstleister, welche die Geräteauswahl und Projektierung sowie die Installation und Erstprüfung von Anlagen übernehmen und die Prüfung und Wartung während des Betriebs einer Anlage anbieten. Ein Zertifizierungsschema für Dienstleister, die eine Zoneneinteilung vornehmen, wird derzeit erarbeitet. Geprüft werden bei den „Service Facilities“ sowohl Kompetenzen der Mitarbeiter als auch die technische Ausstattung und das Qualitätsmanagementsystem des Betriebs.
Noch kein Reisepass, doch ein Passierschein
Das Ziel, mit einem IECEx-Zertifikat für ein Produkt eine Art Reisepass zu schaffen, das diesem direkten Zutritt zu allen Märkten verschafft, ist leider nach wie vor noch nicht erreicht, sofern die Reise nicht just nur nach Australien und Neuseeland führen soll. Herstellern weltweit verwendeter Ex-Ausrüstung bleibt das Durchlaufen multipler Zulassungsprozesse bislang also bedauerlicherweise noch nicht erspart. Doch hat IECEx eindeutig bereits klare Verbesserungen bewirkt: Durch die inzwischen weitreichende Anerkennung der Test Reports nach dem IECEx-System ist es nun möglich, ohne zusätzliche Nachprüfungen der Produkte relativ einfach an nationale Zertifikate zu gelangen.
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