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IECEx-System

IECEx für alle bitte – die umfassende Perspektive auf den Ex-Schutz

| Autor / Redakteur: Dr. Thorsten Arnhold* / Tobias Hüser

Das IECEx-System hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Richtlinien des Ex-Schutzes rund um den Globus zu harmonisieren.
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Das IECEx-System hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Richtlinien des Ex-Schutzes rund um den Globus zu harmonisieren. (Bild: © Anton Balazh - Fotolia.com)

Das IECEx-System bietet eine umfassende Perspektive auf den Explosionsschutz – und verfolgt dabei ein klares Ziel: Rahmenregelungen sowie Prüfungs- und Zertifizierungspraktiken sollen global einheitlich gestaltet werden. Was dann in einem Land als sicher gilt, wird automatisch auch im Rest der Welt als sicher anerkannt. Zwar ist der Weg bis zu diesem Zustand noch weit, doch eine kräftig wachsende Zahl an Zertifikaten ist ein Indiz für Bewegung. Anlass genug für eine Standortbestimmung in Sachen IECEx.

Es ist kein Zufall, dass das IECEx-System sein Hauptquartier in Australien bezogen hat: Downunder ist nämlich das gelobte Land der Initiative, denn dort und im benachbarten Neuseeland werden IECEx-Bescheinigungen schon seit Längerem direkt gesetzlich anerkannt. Geräte mit dem IECEx-Logo dürfen hier ohne weitere Prüfungen und Zulassungen in Ex-Bereichen verwendet werden.

Ebenso sind IECEx-zertifizierte Betriebe autorisiert, diese Komponenten und Systeme zu warten und zu reparieren. Das funktioniert reibungslos und fachgerecht, niemand vermisst zusätzliche lokale Abnahmen und Siegel. Doch muss dieses Vorbild wohl noch eine Weile länger glänzen, bis es wirkt: In anderen Teilen der Welt, zumal in den großen Volkswirtschaften, besteht man bis dato weiterhin auf die dort eingeführten regionalen oder nationalen Zertifikate.

Das IECEx-System für Sicherheit im Explosionsschutz wurde unter der Ägide der International Electrotechnical Commission entwickelt. Es stützt sich strikt auf die internationalen Normen dieser seit über 100 Jahren bestehenden gemeinnützigen Institution. Niemand stellt in Frage, dass das System höchste Standards für den Schutz von Ausrüstung, Anlagen, vor Ort tätigen Personen und der benachbarten Bevölkerung gewährleistet. Nur sind etablierte Strukturen eben beharrlich. Schon vor der Schaffung von IECEx behaupteten sich die nationalen und regionalen Explosionsschutz-Regularien nebeneinander, obwohl sie sich in weiten Teilen ausgesprochen ähneln oder sogar decken.

Zehnjähriger Entwicklunsprozess

Aus technischer Sicht ist es bekanntermaßen kaum nötig, elementare Eigenschaften eines Geräts etwa zur Atex-Zulassung in Europa und für eine UL- oder FM-Zertifizierung in Nordamerika unterschiedlich zu gestalten. Auch hat in den vergangenen Jahrzehnten gerade Europa vorexerziert, dass einer Vereinheitlichung und Zusammenführung wenig Substanzielles im Wege steht – Atex integrierte schließlich erfolgreich die nationalen Explosionsschutz-Domänen. In diese Fußstapfen – nur im größeren, globalen Maßstab – wollte das IECEx-System von Beginn an treten, als man es Mitte der 1990er Jahre aus der Taufe hob.

Die heutigen, voll ausgebildeten Strukturen des Systems sind jedoch das Ergebnis eines etwa zehnjährigen Entwicklungsprozesses. Man kann dies unter der Devise „Wenn schon, denn schon!“ subsumieren: Da man schon ein neues, global einheitliches System für den Explosionsschutz errichtete, konnte man nun die Sicherheit auch aus einer umfassenderen Perspektive verfolgen.

Zunächst hat diese Ambition in ihrer Entfaltung zum Teil für Verwirrung gesorgt. Nach der Ergänzung des Produkt-Zertifizierungsschemas um ein weiteres, später noch um ein drittes anders gelagertes Schema, kam die begründete Frage auf, ob das IECEx-System nun immerzu und bis zur völligen Unübersichtlichkeit ausgebaut werden würde. Mit seinen aktuellen Gliedern ist das System jetzt im Prinzip voll ausgeprägt. Bei näherem Hinsehen ist es auch klar strukturiert.

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