Anlagenreinigung

Hygienegerechtes Schüttguthandling

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Definierte Reinigung

Ein weiterer wichtiger Aspekt, besonders bei CIP-fähigen Fördersystemen, ist die Festlegung der Reinigungsgrenzen. Eine typische Trennstelle zwischen den beiden Zellenradschleusen in einer pneumatischen Förderanlage zur Herstellung von Milchpulver liegt unterhalb des Fließbetts. Die obere Schleuse wird zusammen mit dem Sprühturm automatisch nass gereinigt, während die untere Schleuse nur trocken gereinigt wird. Es muss daher genau darauf geachtet werden, dass keine Feuchtigkeit in den Anlagenteil, der trocken gereinigt wird, eingetragen wird. Da bei einer Trockenreinigung immer geringe Produktmengen zurückbleiben, würde dies zu einer Verkeimung dieses Bereiches führen. In der Praxis wird dazu die Verbindungsleitung zwischen beiden Zellenradschleusen aufgetrennt und der Auslauf der oberen Schleuse mit dem CIP-Rücklaufsystem verbunden. Bei der CIP-Reinigung einer ganzen Anlage muss eine Reinigungssequenz gefunden und festgelegt werden, welche eine Verschmutzung bereits gereinigter Bereiche durch die Reinigung eines anschließenden Bereichs sicher verhindert. So müssen die Förderleitungen, welche in den Sprühturm führen, vor dem Sprühturm gereinigt werden, da die Reinigungsflüssigkeiten aus den Förderleitungen in den Sprühturm gefahren werden. Die CIP-Reinigung einer Anlage muss für jede Anlage individuell validiert werden.

Schon bei der Konzeption einer Anlage muss definiert werden, nach welchem Verfahren die einzelnen Anlagenteile gereinigt werden. Besonderes Augenmerk ist, wie am Beispiel beschrieben, auf die Trennstellen zwischen nass gereinigtem Bereich und trocken gereinigtem Bereich zu legen. In Bereichen der Trockenreinigung muss Feuchtigkeit und Wasser konsequent fern gehalten werden. Bei manueller Trocken- oder Nassreinigung muss auf gute Zugänglichkeit, leichtes Zerlegen und Reinigen sowie gute Einsehbarkeit der Bauteile geachtet werden. Die Gestaltung der Anlage nach EHEDG-Richtlinien und die Verwendung EHEDG-zertifizierter Bauteile ist Voraussetzung für eine erfolgreiche und reproduzierbare Reinigungsqualität.

Ausblick

Die häufigsten Fehler bei der Anlagenkonzeption sind neben den Trennstellen trocken/nass die Verwendung von nicht geeigneten Bauteilen. Beispielsweise werden immer wieder CIP-fähige Bauteile mit nicht geeigneten flexiblen Verbindungen installiert oder Anschlüsse für Messgeräte sind falsch ausgeführt. Häufig fehlen auch Bühnen und Podeste für eine leichte Zugänglichkeit der Bauteile bei manueller Reinigung. Bei der manuellen Reinigung selbst wird leider immer wieder beobachtet, dass die Personen, welche mit der Reinigung beauftragt sind, die Bauteile unsachgemäß zerlegen und zusammenbauen.

* Der Autor ist Mitarbeiter bei Coperion in Weingarten. E-Mail-Kontakt: martin.stephan@coperion.com

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