Produktoffensive Grundfos will im Achema-Jahr im Industriegeschäft deutlich wachsen

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Dr. Jörg Kempf

Grundfos sieht in der Industrie weiteres Wachstumspotenzial und erhöht die Schlagzahl. Nach einer guten Positionierung im Umfeld der kommunalen und industriellen Wasseraufbereitung, bei Food und Pharma, Werkzeugmaschinen sowie Dosiersystemen fasst das Unternehmen nun die Chemie stärker ins Auge.

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NK 80-200 – solche Normpumpen aus Edelstahl sind in der Chemie häufig eingesetzte Arbeitstiere. (Bild: Grundfos)
NK 80-200 – solche Normpumpen aus Edelstahl sind in der Chemie häufig eingesetzte Arbeitstiere. (Bild: Grundfos)

Vom Pumpen-Gesamtmarkt – geschätzt sind das weltweit rund 30 Milliarden Euro – beansprucht der führende Anbieter Grundfos einen Marktanteil von 8,8 Prozent (vor ITT – heute Xylem –, Flowserve und KSB). Das zeigt, wie kleinteilig die Pumpenbranche aufgestellt ist. Mittelständische, spezialisierte Anbieter dominieren. Auf der Achema im Juni dieses Jahres werden die Pumpen-Aussteller wieder eine ganze Halle füllen.

Mit dabei ist Grundfos, will das Unternehmen doch die Wahrnehmung als Anbieter von Industriepumpen deutlich stärken. Nachdem die deutsche Gesellschaft 2011 im Industriegeschäft zweistellig gewachsen ist, stellt Stefan Glasmeyer, der neue Direktor der Industriedivision von Grundfos, auch für 2012 weiteres Wachstum in Aussicht. Für das Jahr 2015 strebt er einen Umsatz von 125 Millionen Euro an (2011: 90 Millionen Euro).

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Prozessbauweise im Fokus

Dabei steht auch die chemische Industrie im Fokus – und dass dies nicht reine Theorie ist, zeigt die Produktoffensive des Unternehmens im Achema-Jahr: Beispielsweise werden die Norm- und Blockpumpen NB/NK in einer Edelstahlausführung angeboten.

Wichtig für den industriellen Betreiber ist die Prozessbauweise der Pumpen; sie ermöglicht den einfachen Ausbau von Motor und Laufrad ohne zusätzliche Arbeiten an Pumpengehäuse oder Rohrleitungen. Die gesamte Motor- und Laufradeinheit kann separat ausgebaut werden (Back-pull-out-Design), was die Wartung erheblich vereinfacht.

Als Fortentwicklung bietet das Unternehmen diese Baureihen auch als NKG bzw. NBG gemäß DIN EN 22858 (Chemienorm) in PN 16 an. Diese Pumpen zeichnen sich durch eine robustere Bauart aus, die einen Einsatz in anspruchsvolleren Anwendungen ermöglicht.

Wasser- oder Chemienorm?

Wichtig zu wissen: Die Bezeichnung Wasser- oder Chemienormpumpe sagt nichts darüber aus, was die Pumpe fördert. Auch eine Wassernormpumpe kann z.B. als Kältepumpe ein Glykolgemisch bewegen. Relevant für die Unterscheidung in Wassernorm und Chemienorm sind – neben dem Nenndruck – allein die geometrischen Abmessungen und der Nennbetriebspunkt.

So gibt die DIN EN 22858 für einen entsprechenden Betriebspunkt größere Saug- und Druckstutzen vor – das führt zu geringeren Geschwindigkeiten im Saugstutzen und infolge dessen sinken die Verluste in der Saugleitung (wodurch ein geringerer Zulaufdruck in offenen System möglich ist).

Zudem schreibt die EN 22858 größere Wellendurchmesser vor, d.h. eine höhere Steifigkeit – diese Pumpen eignen sich dann besser für Medien höherer Viskosität. Nicht zuletzt verlangt die Chemienorm ein längeres Lagergehäuse; das schafft Raum für Sondervarianten der Gleitringdichtung.

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