Contract Manufacturing Große Pharmaunternehmen setzen auf Contract Manufacturing

Redakteur: M.A. Manja Wühr

Pharmaunternehmen wollen sich künftig stärker auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren und werden daher verstärkt auf Contract Manufacturing setzen. Für Auftragshersteller, die technisch gut gerüstet sind, ergeben sich große Wachstumspotenziale, so eine Studie von Frost & Sullivan.

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Umsatzanteile großer Pharmaunternehmen, der über Auftragsfertiger abgedeckt wird (Quelle: Frost & Sullivan)
Umsatzanteile großer Pharmaunternehmen, der über Auftragsfertiger abgedeckt wird (Quelle: Frost & Sullivan)

Frankfurt am Main – Laut der Unternehmensberatung Frost & Sullivan sehen große Pharmaunternehmen in der Auslagerung der pharmazeutischen Herstellung zunehmend eine strategische Option, die ihnen ermöglicht, sich auf die Kernkompetenzen im Bereich F&E zu konzentrieren. Das Auslaufen des Patentschutzes von wichtigen Blockbuster-Medikamenten im Wert von 45 Milliarden US-Dollar und von biologischen Wirkstoffen im Wert von 30 Milliarden US-Dollar bis 2018 dürfte außerdem die Kapazitätsauslastung der Fertigungsanlagen verringern und Outsourcing so für Pharma- und Biotech-Unternehmen zu einer rentablen Lösung machen. So ergab eine Studie, dass der europäische Markt für pharmazeutische Auftragsfertigung (Pharmaceutical Contract Manufacturing) im Jahr 2011 Umsätze von 10,02 Milliarden US-Dollar erwirtschaftete, die bis zum Jahr 2018 auf 20,75 Milliarden US-Dollar anwachsen sollen. Der europäische Markt für Biotech-Auftragsfertigung soll im selben Zeitraum von 1,21 Milliarden US-Dollar auf rund 2,67 Milliarden US-Dollar ansteigen.

„Da Pharma- und Biotech-Unternehmen darum bemüht sind, sich stärker auf ihre internen Kernkompetenzen zu konzentrieren, etabliert sich Outsourcing immer mehr als strategische Fertigungsoption“, erklärt Frost & Sullivan Research Analystin Aiswariya Chidambaram. „Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise haben zusammen mit den dürftigen Leistungen der Wagniskapitalbranche in Europa die Popularität der Auftragsfertigung verstärkt, die sich inzwischen zu einem Synonym für Kostenreduzierung und die Möglichkeit, Produkte zeitgerecht auf den Markt zu bringen, entwickelt hat.” Zurzeit decken die großen Pharmaunternehmen zwischen zehn und 25 Prozent des gesamten Umsatzes von Auftragsfertigern in Europa. Frost & Sullivan prognostiziert, dass diese Anteile bis zum Jahr 2013 auf 40 Prozent ansteigen werden, und bis zum Jahr 2018 auf 50 Prozent.

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