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Der Werkstoff kann mehr
Hoch beanspruchbare Sonderwerkstoffe zeichnen sich durch hohe Legierungsanteile von Chrom, Nickel, Titan oder Kupfer sowie ein gleichmäßiges Gefüge aus. Typische Einsatzgebiete sind die Produktion von Schwefelsäure, Chlor, Salzen, Düngemittel oder die Feinchemie aber auch andere, nicht weniger spektakuläre Anwendungen.
So wurde ein derartiger Stahl von Voestalpine für ein Wasserkraft-Jahrhundertprojekt entwickelt. Im Fokus steht eine 1440 m lange fast senkrechte Druckschachtleitung von über 4 m Durchmesser, die eine der höchstbelasteten der Alpen werden soll.
Seit Frühjahr 2016 sollen die Rohre im Kraftwerk Kaunertal bei dynamischer Belastung mindestens 8 Millionen Lastwechsel aushalten. Das entspricht einer Lebensdauer von 100 Jahren gegenüber den bisher üblichen 70. Die Rohre entstehen aus gerollten, bis 120 mm dicken Stahlblechen durch Verschweißen der Längsstöße. Rundnähte verbinden anschließend jeweils zwei Rohrschüsse zu einem 12 m langen Rohrabschnitt. Die Schweißverbindungen und damit jede der über 1000 Nähte der Rohre bestehen aus bis zu 35 Lagen und einer Raupenlänge von über 240 km. Mit dem hohen Automatisierungsgrad und einer präzisen Wärmebehandlung werden Fertigungstoleranzen erreicht, die bisher undenkbar waren.
Automatisierung entscheidet
Das Ergebnis beurteilt der bei Tiwag für das Kaunertal-Projekt verantwortliche Ingenieur Rainer Maldet: „Kremsmüller hat unsere Erwartungen noch übertroffen. Dazu tragen sowohl deren Investitionen in die Bearbeitungsmaschinen und UP-Schweißanlagen als auch die hervorragend qualifizierten Mitarbeiter bei.“
Bei Fräs- und Schleifarbeiten sorgt die Automatisierung für reproduzierbare leistungsfähige Produktionsprozesse und entlastet das Personal. „Nur so können wir sowohl die hohe Qualität gewährleisten und auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig sein. Mit den Investitionen in moderne Fertigungstechnologie und unserem Know-how-Vorsprung wollen wir branchenunabhängig die Technologieführerschaft für solch außergewöhnliche Projekte sichern“, unterstreicht der Unternehmer Gregor Kremsmüller.
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