Corona-Impfstofflogistik Gekühlte Speziallieferung: Impfstoffe sicher verpacken

Redakteur: Alexander Stark

Zuverlässig temperaturgeführte Corona-Impfstofflogistik braucht reibungsloses Ineinandergreifen aller Beteiligten und gut isolierende Materialien. Die expandierbaren Polystyrole (EPS) Styropor und Neopor von BASF spielen dabei eine wichtige Rolle.

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Der Rohstoff Neopor ist die Weiterentwicklung von Styropor und vereint isolierende und stoßdämpfende Eigenschaften.
Der Rohstoff Neopor ist die Weiterentwicklung von Styropor und vereint isolierende und stoßdämpfende Eigenschaften.
(Bild: BASF)

Ludwigshafen; Reilingen – Mit dem wachsenden Sortiment an Corona-Impfstoffen steigen die Anforderungen an deren Verteilung. Die unterschiedlichen Vakzine sind in verschiedenen Temperaturbereichen zu lagern und zu transportieren – und das oft zusammen in einem Fahrzeug oder Kühlraum. Für führende Logistikunternehmen wie DHL ist das Handling solcher komplexen Prozesse Tagesgeschäft. Dabei setzen sie auf die Kompetenzen von Verpackungsanbietern und Rohstofflieferanten wie Schaumaplast und BASF.

Das Versenden pharmazeutischer Produkte bei minus 70 °C in mit Trockeneis bestückten Boxen von Schaumaplast wird bei DHL und weiteren Logistikunternehmen nicht erst seit Corona praktiziert. Auch für andere Erzeugnisse nutzen sie die passiven Kühlsysteme, die Schaumaplast für die Gefrierschrank- bzw. Kühlschranktemperaturbereiche herstellt. Viele dieser Vorgehensweisen seien zwar nicht neu, doch die Herausforderung bei der Corona-Impfstofflogistik in Bezug auf Kühlsysteme bestehe vielmehr darin, die bekannte Technologie in kürzester Zeit auf die individuellen Anforderungen wie Packungsgrößen sowie Lager- und Transportzeiten anzupassen, erklärt Martin Raack, Key Account Manager bei Schaumaplast.

Die Unternehmensgruppe mit Sitz im baden-württembergischen Reilingen entwickelt und produziert unter der Marke Thermocon passive, also stromlos arbeitende Kühlsysteme für die Pharmaindustrie. Die leichten Thermoboxen können mit Spezialakkus für nahezu jeden Temperaturbereich und verschiedene Volumina ausgelegt werden. Diese Flexibilität bei Größe und Kühlung kommt bei der Corona-Impfstofflogistik zum Tragen, da sie drei sehr unterschiedliche Temperaturbereiche bedienen muss - minus 70 °C, minus 15 bis minus 25 °C sowie plus zwei bis plus acht Grad Celsius.

Höhere Temperatur sei dabei nicht gleichzusetzen mit weniger Aufwand, räumt Schaumaplast-Geschäftsführer Markus Hoffmann mit einem Vorurteil auf. „Es kann sein, dass der Bereich von minus 15 bis minus 25 °C höhere Anforderungen an die Verpackung stellt als minus 70 °C.“ Trockeneis mit seiner Temperatur von minus 78 °C kann hier nicht verwendet werden. Stattdessen kommen spezielle Kühlelemente zum Einsatz. „Diese müssen kalt, aber nicht zu kalt, eingelegt werden, so dass die minus 25 °C nicht unterschritten werden, gleichzeitig aber trotzdem genügend Kälteenergie in die Box gelangt“ , beschreibt Markus Hoffmann den ausgeklügelten Prozess, der vom Impfstoffhersteller über den Verpackungsproduzenten und Logistiker bis hin zum Anwender der Impfdosen sicher und reibungslos laufen muss.

Vor ihrem Einsatz haben die Schaumaplast-Kühlsysteme bereits erfolgreich einen Qualifizierungsprozess durchlaufen. In den unternehmenseigenen Klimakammern wurden sie wechselnden Außentemperaturen ausgesetzt. Damit wird gewährleistet, dass die definierten Temperaturgrenzen zuverlässig eingehalten werden. Hierfür spielen ebenso die Rohstoffe für die Medizinboxen eine wesentliche Rolle, die über sehr gute Isoliereigenschaften verfügen müssen. Hergestellt werden sie aus den expandierbaren Polystyrolgranulaten (EPS) Styropor und Neopor von BASF. Bislang haben DHL und weitere Logistikdienstleister bereits zehntausende Impfdosen sicher temperiert in Thermocon Kunststoffboxen aus Neopor an ihr Ziel gebracht. Hunderttausende sollen folgen.

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