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Deutscher Zukunftspreis 2018

Gefahrlose Wasserstoffspeicherung für Zukunftspreis nominiert

| Redakteur: Tobias Hüser

Prof. Peter Wasserscheid wurde gemeinsam mit Prof. Wolfgang Arlt und Daniel Teichmann für den Deutschen Zukunftspreis 2018 nominiert.
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Prof. Peter Wasserscheid wurde gemeinsam mit Prof. Wolfgang Arlt und Daniel Teichmann für den Deutschen Zukunftspreis 2018 nominiert. (Bild: Ansgar Pudenz / Deutscher Zukunftspreis)

Die Gründer des Unternehmens Hydrogenious Technologies sind für den Deutschen Zukunftspreis 2018 nominiert. Ihre bahnbrechenden Entwicklungsleistungen im Bereich der gefahrlosen Wasserstoffspeicherung sowie deren erfolgreiche kommerzielle Umsetzung als Beitrag zu einem nachhaltigen Energiesystem konkurrieren am 28. November 2018 gegen zwei weitere Teams um 250.000 Euro.

Jülich, Erlangen – In einem CO2-freien Energiesystem gewinnt Wasserstoff immer größere Bedeutung. Bezogen auf sein Gewicht ist Wasserstoff fast dreimal so energiereich wie Benzin, er kann direkt verbrannt oder in Brennstoffzellen zu elektrischem Strom gewandelt werden und dient so als emissionsfreier Kraftstoff für die Mobilität von morgen. Und er könnte zum entscheidenden Faktor werden, die wetter- und tageszeitabhängige Erzeugungsleistung von Photovoltaik- oder Windkraftanlagen mit effizienten Speichertechnologien und einer globalen Energielogistik auszugleichen.

Doch Wasserstoff ist kein unproblematisches Gas: Er ist hochexplosiv und muss für Speicherung und Transport in flüssiger Form auf Temperaturen von unter -250 °C gekühlt oder alternativ als Gas unter extrem hohem Druck von bis zu 700 bar gehandhabt werden, um eine ausreichende Energiedichte pro Volumen zu gewährleisten. Will man Wasserstoff unter diesen Voraussetzungen flächendeckend bereitstellen, müsste eine aufwändige und sehr teure Infrastruktur neu geschaffen werden.

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Gefahrloser Wasserstofftransport

Wasserstoff anstelle von Erdölprodukten zu nutzen und dabei auf bestehende Verteilungsstrukturen zurückzugreifen: Diese Vision verfolgen die drei nominierten Wissenschaftler. Peter Wasserscheid, Direktor des Helmholtz Instituts Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien (HI ERN) und Inhaber des Lehrstuhls für Chemische Reaktionstechnik der FAU, Wolfgang Arlt, ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls für Thermische Verfahrenstechnik der FAU, sowie FAU-Alumnus und Hydrogenious-Geschäftsführer Daniel Teichmann haben einen Weg gefunden, Wasserstoff an eine nichtexplosive und nichttoxische Trägerflüssigkeit zu binden und bei Bedarf wieder freizusetzen. Die Trägersubstanz bleibt als „flüssige Pfandflasche" erhalten und kann jederzeit neu beladen werden.

Die sogenannte LOHC-Technologie (liquid organic hydrogen carrier) ermöglicht damit die effiziente und völlig gefahrlose Speicherung von Wasserstoff – nicht nur als Kraftstoff in regionalen Verkehrsnetzen, sondern auch für den verlustfreien globalen Transport erneuerbarer Energien, beispielsweise aus dünn besiedelten Regionen mit guten Voraussetzungen für ertragreiche Windkraft- oder Solaranlagen in dicht besiedelte und hochindustrialisierte Regionen.

Nominiert für den Deutschen Zukunftspreis 2018

Für die Entwicklung der LOHC-Technologie wurde Hydrogenious Technologies bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft, dem „Energy Transition Award" der Deutschen Energieagentur und dem Bayerischen Gründerpreis. Die Bekanntgabe der Nominierungen der Wissenschaftler aus Erlangen und Jülich für den Preis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation erfolgte heute offiziell durch das Bundespräsidialamt bei einer Präsentation im Deutschen Museum in München.

„Der Deutsche Zukunftspreis wird für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Technik und Innovation vergeben", sagt Wasserscheid. Anwärter auf den mit 250.000 Euro dotierten Deutschen Zukunftspreis sind neben Hydrogenious Technologies zwei weitere Teams aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Sie wurden für innovative Arbeiten in den Bereichen Konstruktion und Fertigung sowie medizinische Wirkstoffforschung nominiert. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht am 28. November in einer festlich Gala im Beisein aller Nominierten den Deutschen Zukunftspreis 2018.

Spin-off der Universität Erlangen-Nürnberg

Hydrogenious Technologies wurde 2013 als Spin-off der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit dem Ziel gegründet, die LOHC-Technologie zur Marktreife zu bringen. Partnerschaften mit den Firmen Anglo American, Clariant, Sasol, MAN und Broad-Ocean Motors haben Hydrogenious Technologies mit starken wissenschaftlichen, strategischen und finanziellen Ressourcen ausgestattet.

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