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Amin-Aufbereitung

Fünf BHS-Sonthofen Filteranlagen sorgen für Erdgasaufbereitung im Iran

| Redakteur: Tobias Hüser

Zusammenbau der Filteranlagen im Iran
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Zusammenbau der Filteranlagen im Iran (Bild: BHS-Sonthofen)

Zusammen mit dem iranischen Vertriebspartner Faris International hat BHS-Sonthofen fünf Filteranlagen für den Einsatz in der Erdgasproduktion im Südwesten Irans produziert. Ende April erfolgte die Abnahme der schlüsselfertigen Komplett-Anlagen, die mehrere Prozessstufen der für die Gaswäsche wichtigen Amin-Aufbereitung geschlossen in sich vereinen – und so für einen umweltfreundlichen und effizienten Rohstoff-Kreislauf sorgen.

Sonthofen – 120.000 Barrel Flüssiggas (LNG) pro Tag - das ist die geplante Kapazität einer neuen Gas-Raffinerie im Iran, die sich momentan unter dem Projektnamen „Bid Boland II“ im Aufbau befindet. In Zukunft soll dort Erdgas aus der Erde gefördert und im ersten Verfahrensschritt von Verunreinigungen befreit werden. BHS-Sonthofen als Spezialist für Filtrationstechnik lieferte hierfür sein Know-how im Bereich der Klärfiltration von Prozessflüssigkeiten.

Den „Amine Sweetening“-Prozess optimieren

Natürliches Erdgas kommt als Gasgemisch aus dem Boden – mit Bestandteilen, die für die weitere Aufbereitung nicht erwünscht sind. Darunter fallen u.a. die Sauergase Schwefelwasserstoff und Kohlendioxid. Mit dem „Amine Sweetening“-Prozess, einem international lizensierten Prozessverfahren des französischen Lizenzgebers Prosernat, können diese Verunreinigungen herausgewaschen werden. In einem Wäscher kommen dafür eine Amin-Lösung und das Gasgemisch zusammen – die ungewollten Bestandteile des Erdgases treten durch ihre Affinität zu den Aminen in die Lösung über. Um diese für weitere Wäschen wiederverwenden zu können, müssen die Sauergase nun entfernt werden – zusammen mit kleinsten Abriebpartikeln der Rohrleitungen und anderen Fremdstoffen. Erst dann wird die wieder aufnahmefähige pure Amin-Lösung in den Wäscher zurückgeleitet. Der erste thermische Aufbereitungsschritt der Lösung erfolgt im „Reboiler“ – dort wird sie von Sauergasen befreit. Für die nachfolgenden Prozessschritte zur Entfernung von Kohlenwasserstoffen und gelösten Verunreinigungen hat BHS-Sonthofen eine Komplettanlage mit mehreren Komponenten entwickelt. So entsteht ein effizienter Kreislaufprozess mit optimaler Ressourcennutzung.

Drei Filter in einer Anlage vereint – und sofort einsatzbereit

Das schlüsselfertige Gesamtkonzept von BHS-Sonthofen besteht aus insgesamt drei Prozessschritten: Ein Kerzenfilter sorgt zu Beginn für die Abtrennung von kleinsten Partikeln aus der eingeleiteten Amin-Lösung – diese würden sonst die Anlage zusetzen. Aufgrund der geringen Teilchengröße ist eine Voranschwemmung des Filters nötig. Im Precoat-Tank, der zur Anlage gehört, wird hierfür eine pumpfähige Cellulose-Suspension angerührt, die im Kerzenfilter für einen 5-10 mm dicken Precoat-Filterkuchen sorgt. Darin bleiben selbst feinste Partikel hängen. Nachdem die vorgereinigte Amin-Lösung den Kerzenfilter passiert hat, folgt die Entfernung der Kohlenwasserstoffe im Aktivkohlefilter.

Als letzter Schritt werden in einem Polizeifilter noch Reste der Aktivkohle entfernt, dann ist die Amin-Lösung wieder bereit für ihren eigentlichen Einsatz im Wäscher. Der „Boxenstopp“ in der BHS-Filteranlage sorgt also doppelt für höchste Effizienz und Prozesssicherheit, indem die Amin-Lösung sowohl von Kohlenwasserstoffen als auch Verschleiß verursachenden Fremdpartikeln befreit wird und dabei nur minimale Amin-Verluste verzeichnet. Die drei Filter sowie die Einheit zur Voranschwemmung liefert BHS-Sonthofen als komplett vorinstallierte one-point-lifting-Unit aus – nach Anschluss der Betriebsmittel und Anbindung der Produktströme sind die Filter direkt einsatzbereit.

Internationale Zusammenarbeit mit Vertriebspartner vor Ort

„Normalerweise erfolgt der Zusammenbau der Anlagen komplett in Deutschland“, berichtet Tim Ochel, Project Manager von BHS-Sonthofen. „Bei diesem Projekt gab es allerdings eine einschränkende Vorgabe: In den Iran dürfen nur Komponenten eingeführt werden, deren Herstellung dort nicht möglich ist. Daher haben wir uns einen starken Partner vor Ort gesucht.“

Das gesamte Engineering und die Auslegung der fünf Anlagen wurden von BHS-Sonthofen durchgeführt. Der Bau von Behältern, Stahlkonstruktion und Verrohrung erfolgte bei lokalen Lieferanten und mit Unterstützung von Faris International. Spezielle Komponenten, die dort nicht verfügbar waren – wie beispielsweise Pumpen, Ventile und Messinstrumente – wurden aus Deutschland zugeliefert. Der finale Zusammenbau erfolgte in der Nähe von Teheran unter fachkundigem Auge von BHS-Ingenieuren. Tim Ochel zeigt sich zufrieden mit dem gelungenen Projektabschluss. „Die Öl- und Gasindustrie profitiert schon seit Jahren von unseren schlüsselfertigen Lösungen zur Filtration. Mit der Abnahme der fünf Anlagen Ende April konnten wir das erste Projekt mit unserem neuen Vertriebspartner im Iran erfolgreich abschließen – und so zu einer effizienten und umweltfreundlichen Gasförderung beitragen.“

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