Wasserstoff im Gasnetz Frankreichs größter Gasversorger setzt auf Wasserstoff

Von Dominik Stephan

Zur Erleichterung der Einspeisung von Wasserstoff in die Gasverteilungsnetze haben GRDF und 66 Verteilnetzbetreiber aus 13 europäischen Ländern die Initiative Ready for Hydrogen (Ready4H2) gestartet. Ziel dieses Projekts ist, durch die Erfahrungen der europäischen Gasverteiler ein gemeinsames Verständnis zu schaffen, welche wesentliche Rolle die Verteilnetze bei der Förderung von Wasserstoff spielen können.

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(Bild: DLR)

Paris - Wasserstoff ist einer der Schlüssel der europäischen Energiewende: So hatte zuletzt Frankreich vor Kurzem im Rahmen des Plans France 2030 seine Pläne für den Aufbau einer nationalen H2-Wirtschaft für CO2-freien "grünen" Wasserstoff bekannt gegeben. Als wichtigster Gasversorger des Landes ist GRDF überzeugt, dass das Verteilnetz für die Entwicklung des Wasserstoffs in den kommenden Jahren unentbehrlich sein wird.

Die 66 Verteilnetzbetreiber, die bisher an dem Projekt Ready4H2 teilnehmen, haben sich zum Ziel gesetzt, bis Februar 2022 die wesentliche mittel- und langfristige Rolle der Gasverteilnetze durch die Einspeisung von Wasserstoff aufzuzeigen. Dafür werden sie in Kürze gemeinsam eine Vision für die Nutzung der Gasnetze im Rahmen der europäischen Dekarbonisierungsstrategie vorstellen, da die Netze ein entscheidender Vektor für die Entwicklung von erneuerbarem Wasserstoff sind. Dieser Fahrplan wird den politischen Entscheidungsträgern in Europa und Frankreich als Instrument und Beitrag zum Erreichen der Klimaneutralität bereitgestellt, und zwar zu bezahlbaren Kosten, die sowohl für die Erzeuger als auch für die Verbraucher annehmbar sind.

GRDF ist überzeugt, dass Wasserstoff bis 2050 zu den Gasen aus erneuerbaren Energiequellen gehören wird, und arbeitet deshalb schon heute an Projekten zur Einspeisung von Wasserstoff in seine Netze. Seit 2014 ist GRDF, zusammen mit anderen europäischen Partnern, Vorreiter mit dem Pilotprojekt GRHYD, mit dem die Versorgung von Neubauwohnungen durch eine Mischung von Wasserstoff und Erdgas erprobt werden konnte, indem bis zu 20 % Wasserstoff in das Gasverteilnetz eingespeist wurden.

Das Unternehmen wirkt in ganz Frankreich an mehreren Projekten zur Erzeugung von synthetischem Methan mit - ein Gas, das durch die Methanisierung von Wasserstoff (H2) und Kohlenstoff (CO2) erzeugt wird -, insbesondere im Rahmen von Projektausschreibungen. Zur Unterstützung der Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft forscht GRDF schon heute zur Konversion und zum Betrieb von Verteilnetzen mit 100 % H2. Es wurde mit der Strukturierung einer Plattform für den Betrieb und die Bildung einer Wasserstoffverteilschleife begonnen; sie soll 2024 in Betrieb genommen werden, als erste Etappe eines Feldversuchs, der für 2025 geplant ist.

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