Hurrikan Harvey: Alarm in den USA Flut führt zu Explosionsgefahr in Arkema-Chemieanlage

Autor / Redakteur: Alexander Stark; Gerd Kielburger / Wolfgang Ernhofer

Die Petrochemie-Unternehmen im Süden der USA sind im Alarmzustand. Zahlreiche Standorte an der US-Golfküste haben aufgrund von Hurrikan Harvey den Alarmzustand ausgerufen. Inzwischen ist Harvey zum tropischen Sturm herabgestuft worden und auf dem Weg nach Louisiana. Dort wird er voraussichtlich weitere petrochemische Anlagen in Mitleidenschaft ziehen.

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On August 26, 2017, Hurricane Harvey made landfall in the United States as a Category 4 hurricane. (sample image)
On August 26, 2017, Hurricane Harvey made landfall in the United States as a Category 4 hurricane. (sample image)
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Houston/USA – Katastrophenstimmung im Süden der USA. Sintflutartige Regenfälle durch den Tropensturm Harvey haben weite Teile der US-Bundesstaaten Texas sowie Louisiana in ein Katastrophengebiet verwandelt. Auch die an der US-Golfküste stark vertretenen Produktionskomplexe der Chemie, Petrochemie sowie Raffinerien sind massiv betroffen. Auch Häfen, Verladeterminals und Bohrplattformen mussten sturmbedingt den Betrieb vorübergehend einstellen.

Chemieunternehmen fahren Anlagen herunter

Ein Großteil der in der Region vorhandenen Produktionsanlagen wurde bereits im Voraus vorsorglich heruntergefahren. So hat beispielsweise Ineos seinen Produktionskomplex in Chocolate Bayou sowie dem Battleground Produktionskomplex herunterfahren. Auch die Ineos Nitriles-Produktion Green Lake wurde kurzfristig stillgelegt. Evonik musste infolge des Unwetters zwei kleinere Werke in Pasadena und Deer Park – zwei küstennahe Vororte von Houston – mit insgesamt etwa 80 Mitarbeitern schließen.

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Betroffen ist auch der US-Spezialchemiekonzern Huntsman, Fusionspartner von Clariant. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im texanischen The Woodlands nördlich von Houston vorübergehend geschlossen und insgesamt sechs Produktionsstätten heruntergefahren. Auch Covestro hat die Produktion an den Standorten Baytown und Channelview bei Houston teilweise heruntergefahren.

Celanese gab bekannt, dass man aufgrund der Hurrikan-Auswirkungen bei der eigenen Produktion sowie Zulieferern und Service-Dienstleistern vorübergehend den amerikanischen Markt nicht mit Vinyl Acetat Monomeren (VAM) beliefern könne.

BASF prüft Auswirkungen

Bei BASF prüft man derzeit noch die Auswirkungen auf die Produktion. Das Unternehmen produziert an sechs texanischen Standorten mit mehr als 3000 Mitarbeiter. Dazu zählen der Verbundstandort Freeport sowie der Produktionsstandort Port Arthur. In Port Arthur betreibt der Chemieriese einen der weltgrößten Steamcracker. Lanxess dagegen sieht seine Produktion an den texanischen Standorten Orange an der Grenze zu Louisiana und Baytown bei Houston derzeit nicht von Harvey betroffen.

Erhebliche Kapazitätsverluste

Laut Datenbank Polyglobe liegen mehr als 50 % der US-amerikanischen Kapazitäten für petrochemische Monomere und mehr als 45 % für Polymere im Katastrophengebiet.

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