Anbieter zum Thema
Recherchen des Branchendienstes Kunststoff Information zufolge, mussten rund 30 % der Ethylen- sowie 20 % der Propylenkapazitäten abgestellt werden, ähnliche Werte würden für die Folgeprodukte PE und PP gelten. Zudem sind alle Häfen der Region geschlossen.
Arkema-Anlage vor Explosion
Schlimmer traf es offenbar eine Arkema-Produktionsstätte im texanischen Crosby, etwa 40 km nordöstlich von Houston. Dort wurden nach Angaben der lokalen Feuerwehr am späten Dienstagabend alle Bewohner im Umkreis von 2,4 km der Chemieanlage wegen Explosionsgefahr evakuiert. In der Gemeinde leben rund 2300 Menschen. Gestern hatte das Arkema-Management bekannt gegeben, dass die Situation vor Ort ernst sei.
Baumustergeprüfte Armaturen und Entkopplungssysteme
Explosionsschutz – Wirksamer Schutz oder Kostentreiber?
In der Anlage werden organische Peroxide produziert. Die Anlage war seit vergangenen Freitag vorsorglich heruntergefahren und nur mit einem Notteam besetzt. Jetzt sei auch diese Notbesetzung evakuiert worden, wie es mehreren Presseveröffentlichungen zufolge heißt. Nach Aussagen der zuständigen Feuerwehr bestehe immer noch die Gefahr einer chemischen Reaktion, die zu einem Brand in der Produktionsanlage mit großen Rauchwolken führen könnte.
Angaben von Arkema zufolge wurde die Anlage mit mehr als einem Meter überflutet. Die Anlage sei seit Sonntag ohne Stromversorgung. Auch die Notstrom-Generatoren seien inzwischen überflutet. Nachdem diese ausgefallen waren, sei eine notwendige Kühlung der Chemikalien nicht mehr möglich gewesen, sodass das Betriebspersonal Chemikalien aus dem überfluteten Lager in Kühlcontainer umgelagert hätten, die mit Dieselaggregaten gesteuert wurden. Aber auch diese seien inzwischen überflutet worden, hieß es. Die Temperaturmessung in den Containern werde derzeit Remote kontrolliert, heißt es.
Umweltschäden noch nicht absehbar
Ob es in Folge der riesigen Überflutungen zu größeren Umweltschäden gekommen ist oder noch kommen wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Aber schon jetzt ist überdeutlich, dass die US-amerikanische Energie- und Prozessindustrie mit erhebliche Einbußen rechnen muss. Während der Hurrikan langsam weiter nach Louisiana zieht, versuchen erste Betreiber wie FHR (Flint Hills Resources) ihre Raffinerie und Chemieanlage in Corpus Christi wieder hochzufahren.
Aus Chemieunfällen lernen
Chemieunfälle – Mehr Aufklärung erwünscht
Icis hat eine interaktive Karte mit betroffenen Herstellern und ihrem aktuellen Status veröffentlicht.
(ID:44861552)