Prozessautomatisierung Flexible Prozessautomatisierung optimiert Betrieb in Membrankläranlage

Autor / Redakteur: Rainer Sterk / Dr. Jörg Kempf

Dank einer maßgeschneiderten Lösung für die Prozessautomatisierung auf Basis von Simatic PCS 7 konnte der Erftverband nicht nur den Energieverbrauch im Gruppenklärwerk Nordkanal deutlich reduzieren. Das modulare und flexible Leitsystem erlaubt es dem Anlagenbetreiber auch, neue Prozessvarianten in der Membrankläranlage einfach zu erproben sowie zu untersuchen und so den gesamten Anlagenbetrieb weiter zu optimieren.

Firmen zum Thema

Mit Simatic PCS 7 haben die Anlagenbediener stets alle Prozesse im Griff und können den Prozess so steuern, dass eine hohe Reinigungsleistung bei geringem Energieverbrauch erzielt wird.
Mit Simatic PCS 7 haben die Anlagenbediener stets alle Prozesse im Griff und können den Prozess so steuern, dass eine hohe Reinigungsleistung bei geringem Energieverbrauch erzielt wird.
(Bild: Siemens)

Eingebettet zwischen den Wiesen am Ufer des Nordkanals in der Nähe von Kaarst liegt eine der Kläranlagen des Erftverbands. Sie ist die erste kommunale Membrankläranlage in dieser Größenklasse – und nicht nur das: Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2004 arbeitet das Klärwerk ununterbrochen mit ein und derselben Membran.

„Damit können wir zeigen, dass eine Membranfiltration von Abwasser auch in diesem Maßstab problemlos funktioniert, wenn man den Prozess richtig fährt“, erklärt Andreas Janot. Er ist beim Erftverband für den Betrieb der Membrankläranlagen verantwortlich und zu Recht stolz auf „seine“ Anlage am Nordkanal: „Wir beschreiten hier immer wieder Neuland und arbeiten kontinuierlich daran, den Prozess weiter zu verbessern. Zurzeit steht bei uns der Energieverbrauch im Fokus – und daher haben wir in den vergangenen zwei Jahren einige Modernisierungen in der Anlage vorgenommen.“

Bildergalerie

Flexibilität für die Prozesssteuerung

Kernstück dieser Modernisierungen war die Migration des bestehenden Prozessleitsystems auf Simatic PCS 7. „Wir suchten ein Prozessleitsystem, das nicht nur die sehr speziellen Anforderungen von Membrananlagen an die Leittechnik erfüllen kann, sondern auch flexibel genug ist, um Prozessvarianten und neue Anlagenteile schnell integrieren zu können. Hier zeigte sich schon bald, dass unser vorhandenes Leitsystem nicht mehr zeitgemäß war“, berichtet Janot weiter.

Gemeinsam mit Aquantis, einem Tochterunternehmen von Veolia Water Solutions & Technologies, entschieden sich die Verantwortlichen des Erftverbands dafür, die Anlage mit Simatic PCS 7 zu modernisieren. „Die Simatic PCS 7 bietet eine gute und strukturierte Basis für die Programmierung, die es einfach macht, eine Anlage zu erweitern oder zu modifizieren“, erläutert Norbert Wegmann, Leiter Automatisierung bei Aquantis und verantwortlich für das Engineering des neuen Leitsystems im Klärwerk Nordkanal. „Ganz konkret haben wir für die Anlage Bausteine anhand des entsprechenden PCS-7-Styleguides entwickelt und daraus sozusagen Musterlösungen für einzelne Anlagenteile zusammengestellt, die sich leicht in die Gesamtlösung integrieren lassen. Auf die gleiche Weise können wir hinterher Modifikationen einbringen. Insgesamt haben wir nun eine sehr übersichtliche und durchgängige Programmierung, die wir leicht und zentral ändern können – das spart uns viel Aufwand im Engineering.“

Auch die Einbindung des neuen Leitsystems in die Prozessdatenarchivierung und das Betriebsdaten- und Störmeldesystem ging sehr einfach, wie Sie auf der nächsten Seite lesen können.

(ID:42554079)