Prozessautomatisierung

Flexible Prozessautomatisierung optimiert Betrieb in Membrankläranlage

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Spezifisches Know-how gefragt

Aquantis ist innerhalb der Veolia Gruppe das Kompetenzzentrum für Membrananlagen und hat im Laufe des Projekts zahlreiche wertvolle Anregungen in das Konzept eingebracht, wie Janot bestätigt: „Die Membrantechnik ist in kommunalen Anlagen nicht weit verbreitet, sodass es noch nicht so viele Erfahrungswerte dazu gibt. Aquantis hat ein sehr fundiertes Know-how auf dem Gebiet der Membrananlagen und konnte daher unsere Anforderungen hervorragend im Prozessleitsystem umsetzen. Die vielen konstruktiven Diskussionen mit dem Aquantis-Team und speziell Herrn Wegmann waren einer der Schlüsselfaktoren, warum wir mit dem neuen System sehr gute Ergebnisse erzielen.“

Das Simatic-PCS-7-System läuft als Embedded-Lösung auf drei Simatic-Embedded-Controllern mit der Software-SPS Simatic WinAC RTX – eine ideale Lösung für Anlagen dieser Größe.
Das Simatic-PCS-7-System läuft als Embedded-Lösung auf drei Simatic-Embedded-Controllern mit der Software-SPS Simatic WinAC RTX – eine ideale Lösung für Anlagen dieser Größe.
(Bild: Siemens)
Neben der Systemsoftware wählte Aquantis auch eine Hardwarekonfiguration, die perfekt auf die Anforderungen der Kläranlage Nordkanal zugeschnitten ist. Insgesamt drei Simatic-Embedded-Controller mit der Software-SPS Simatic WinAC RTX übernehmen die Steuerung der Anlage. „Die Möglichkeit, ein Prozessleitsystem als Embedded-Lösung auf einem Industrie-PC laufen zu lassen, ist gerade für Anlagen dieser Größe ideal“, betont Wegmann. „Insgesamt haben wir aktuell rund 1500 Prozessobjekte projektiert – und mit der Embedded-Variante konnten wir dem Erftverband eine Lösung anbieten, die ein ausgezeichnetes Preis/Leistungsverhältnis bietet. Auch hier zeigt sich die große Flexibilität und Vielseitigkeit der Simatic PCS 7.“

Auch die Einbindung des neuen Leitsystems in die Prozessdatenarchivierung und das Betriebsdaten- und Störmeldesystem ging sehr einfach: Für die Übergabe der Daten an das Acron-Archivierungssystem nutzt Aquantis eine standardisierte Schnittstelle, und die Anbindung an die zentralen Systeme des Erftverbands ist über ein Sinaut-System von Siemens realisiert.

Effizient bei der Inbetriebnahme, effizient im Betrieb

Insgesamt arbeiteten der Erftverband und Aquantis rund ein Jahr gemeinsam daran, für die Anlage Nordkanal eine optimale Prozesssteuerung zu entwickeln. Dabei ergaben sich während der Projektierung mehrere neue Anforderungen, die das Team um Norbert Wegmann dank der modularen Programmstruktur leicht in das bereits bestehende Konzept integrieren konnte.

Am Ende stand dann die Umschaltung auf das neue System an – die dank der ausgezeichneten Vorarbeit und den umfangreichen Tests sowohl bei Aquantis als auch vor Ort nur eine Stillstandzeit von zehn Minuten erforderte. „Bei einer Kläranlage, die kontinuierlich Abwasser aufnehmen und behandeln muss, ist es natürlich nicht so einfach möglich, die Systeme einfach mal für einen Tag stillzusetzen“, erläutert Wegmann weiter. „Von daher versuchen wir immer, den normalen Betrieb so weit wie möglich aufrechtzuerhalten. Und ich denke, das ist uns in diesem Fall wirklich gut gelungen.“

Warum Membrankläranlagen eine Alternative zu normalen Raumkläranlagen sind, das erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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