Automatisierung für die autonome Anlage
Autonome Prozessanlage: Von Advanced Process Control zur orchestrierten Produktion

Von Dominik Stephan 7 min Lesedauer

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Kommt die Chemieproduktion der Zukunft ohne Anlagenfahrer aus? Autonome Prozessanlagen rücken näher. Advanced Process Control, digitale Zwillinge und KI-Agenten erhöhen Durchsatz, sparen Energie und stabilisieren Qualität – bei tragfähiger Architektur und Governance.

Wie viel Mensch braucht die Anlage der Zukunft? Geht es um die Autonome Produktion scheint die Antwort klar – oder?(Bild:  Siemens)
Wie viel Mensch braucht die Anlage der Zukunft? Geht es um die Autonome Produktion scheint die Antwort klar – oder?
(Bild: Siemens)

Anlagen verschenken wertvolle Kapazität: Advanced Process Control kann Kolonnen, Öfen und Kompressoren sicher am Optimum fahren – und so typischerweise bis zu zehn Prozent mehr Durchsatz erzielen, ohne neue Hardware zu benötigen. Dadurch steigt die Qualität, die Variabilität sinkt und der Energieeinsatz geht zurück. Gleichzeitig liefern Softsensoren und digitale Zwillinge Echtzeitwerte statt verspäteter Laboranalysen. Den nächsten Sprung bringt Orchestrierung: KI-Agenten stimmen Produktion, Wartung und Logistik ab, lösen Zielkonflikte und reduzieren Stillstände.

Energie, Rohstoffpreise und Nachfragekrise: In der Prozessindustrie gehen die Lichter aus – und das nicht (nur) aus wirtschaftlichen Gründen. Tatsächlich könnte die autonome Anlage der Zukunft (fast) vollständig ohne Menschen auskommen. Der Produktions-Prozess, der sich selbst misst, überwacht und natürlich steuert soll nicht nur den nächsten Schritt in Sachen Automatisierung einläuten, sondern gleich eine ganz neue Evolutionsstufe zünden. Höhere Effizienz, mehr Nachhaltigkeit und die Fähigkeit der Produktionsprozesse, sich dynamisch an verändernde Rahmenbedingungen anzupassen sind tatsächlich ein fundamentaler Wandel. Ist der Chemiepark der Zukunft eine „Dark Factory“?