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Verschleißschutz

Experten-Tipps für den Verschleißschutz

| Autor / Redakteur: Sabine Mühlenkamp / Dr. Jörg Kempf

Nicht nur der richtige Werkstoff ist für langlebige Anlagen entscheidend, es zählt auch die Befestigungsart. Hier wird ein Zyklon ausgekleidet.
Nicht nur der richtige Werkstoff ist für langlebige Anlagen entscheidend, es zählt auch die Befestigungsart. Hier wird ein Zyklon ausgekleidet. (Bild: Kalenborn)

Noch immer verursachen Abrasion, Korrosion oder Prall erhebliche Kosten in der Prozessindustrie. Werkstoffexperten müssen die Situation akribisch analysieren, um eine Lösung zu finden.

Es wird viel über Effizienz von Anlagen gesprochen, aber selten dorthin geschaut, wo der Prozess wirklich ins Stocken gerät, nämlich in Rohrleitungen für die pneumatische Förderung, in Zyklonen oder in Förderern. Dort lauert ein Feind, der viele Gesichter hat. Mal schlägt er scheinbar aus dem Nichts zu, mal kann man ihm quasi bei seinem Werk zuschauen. Besonders in der Prozessindustrie gib es viele Produkte, die in kürzester Zeit Rohrleitungen, Sichtereinläufe oder Übergabeschurren an den Rand ihrer Lebensdauer bringen.

Dabei spielt es in den wenigsten Fällen eine Rolle, ob es sich um ein kontinuierliches oder diskontinuierliches Verfahren handelt – Handlungsbedarf gibt es in jedem Fall. „Verschleißschutz ist trotz aller technischen Fortschritte eine wichtige Aufgabe der Industrie, da durch Anlagenstillstände nach wie vor ein nicht zu vernachlässigender volkswirtschaftlicher Schaden entsteht“, betont Ulrike Wiech, Produktmanagerin Verschleißschutz bei Ceramtec-Etec.

Besonders betroffen sind Anlagen der Grundstoff-Industrie, bei der es um Aufbereitung und Veredelung von stark abrasiven Schüttgütern wie Erz, Sand und Kohle geht. Aber auch Teile in Ventilen, Pumpen, Dichtungselementen, Mischern gehören zu den Komponenten, die starkem Verschleiß ausgesetzt sind. Besonders ärgerlich: in vielen Fällen sind die Kosten, die für den Ausbau des betroffenen Teils entstehen, höher als die Kosten des Bauteils selbst.

Standardlösungen? Fehlanzeige!

Die Bedeutung des Verschleißschutzes unterstreicht auch Matthias Ruff, stellvertretender Teamleiter Verkauf bei HS Umformtechnik, ein Unternehmen, das sich auf Rohrbögen aus Edelstahl spezialisiert hat: „Für unsere Kunden ist es wichtig Produkte zu finden, die langlebig sowie zuverlässig sind und Ausfallzeiten minimieren. Trotz allem müssen diese Produkte ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis aufweisen.“ Problematisch ist, dass kein Verschleißproblem wie das andere ist.

„Zu den verschleißbestimmenden Faktoren in Industrieanlagen gehören Materialdurchsatz, -größe und -form. Außerdem spielt die Beanspruchung eine wichtige Rolle: Handelt es sich um reibenden oder Prall-Verschleiß?“, zählt Thomas Serr, Marketingleiter bei Kalenborn nur einige der bestimmenden Faktoren auf. Die Antwort auf diese Anforderungen ist immer komplex, und so empfehlen die Experten von Kalenborn meist eine Kombination aus verschiedenen, verschleißfesten Werkstoffen.

Darüber hinaus gilt der erste Schritt der Konstruktion, wie Norbert Janssen, Geschäftsführer von T.H. Scholten, weiß: „Bei Rohrleitungen führt ein Rohrbogen mit kleinem Radius zu höherem Verschleiß als bei großen Radien.“ Weiterhin müssen Parameter wie Strömungsgeschwindigkeit und Temperatur betrachtet werden, die ebenfalls Einfluss auf den Verschleiß bzw. die Auslegung der eingesetzten Werkstoffe nehmen. Bei zunehmender Strömungsgeschwindigkeit empfiehlt Janssen immer einen höherwertigeren Werkstoff, da dies in jedem Fall wirtschaftlich sinnvoll ist.

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