Umweltfreundliche Synthese Evonik entwickelt neue Technologie für nachhaltigere Pharmaproduktion

Redakteur: Alexander Stark

Mit „Chemistry in Water“ bietet Evonik jetzt eine Möglichkeit an, um klassische organische Reaktionen bei der Pharmaproduktion in Wasser durchführen zu können. Die neue Technologie soll eine Medikamentenherstellung mit verbessertem ökologischen Fußabdruck ermöglichen.

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Mit „Chemistry in Water“ bietet Evonik jetzt die Möglichkeit, klassische organische Reaktionen in Wasser durchzuführen.
Mit „Chemistry in Water“ bietet Evonik jetzt die Möglichkeit, klassische organische Reaktionen in Wasser durchzuführen.
(Bild: Evonik)

Essen – Eine innovative grünen Technologie von Evonik soll die großtechnische Synthese von Arzneimittelwirkstoffen in Wasser ermöglichen. Die „Chemistry in Water“-Technologie hat das Potenzial, den ökologischen Fußabdruck der Arzneimittelherstellung deutlich zu reduzieren, indem sie den Bedarf an großen Mengen an Lösungsmitteln minimiert und hilft, Prozesse zu vereinfachen, teilte das Unternehmen mit.

„Chemie im Wasser“ oder „Mizellenchemie“ nutzt Tenside, die in Wasser mikroskopisch kleine Kugeln, sogenannte Mizellen, bilden. Diese fungieren als Nanoreaktoren und ermöglichen es, organische Reaktionen, die normalerweise in organischen Lösungsmitteln ablaufen, in Wasser durchzuführen. Die erfolgreiche Integration der Mizellenchemie in das CDMO-Portfolio des Unternehmens ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit dem Pionier der organischen Chemie, Professor Bruce Lipshutz von der University of California, Santa Barbara.

Die Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks bei der Synthese von pharmazeutischen Wirkstoffen sei von entscheidender Bedeutung für die Nachhaltigkeit der Arzneimittelherstellung der Zukunft, so Dr. Stefan Randl, Leiter Forschung, Entwicklung & Innovation für das Geschäftsgebiet Health Care von Evonik.

„Nach vielen Jahren der Entwicklung der wässrigen Mizellenchemie ist es ungemein befriedigend zu sehen, wie die Industrie ihr Potenzial anwendet und weiterentwickelt. Ich bin zuversichtlich, dass die enge Zusammenarbeit mit Evonik als Erstanwender für CDMO-Zwecke den Weg für breitere Anwendungen in industriellen Projekten und eine insgesamt nachhaltigere Chemie ebnen wird“, sagt Bruce Lipshutz.

Neben der Reduzierung des Bedarfs an organischen Lösungsmitteln bei organischen Reaktionen hat die Mizellenchemie auch das Potenzial, höhere Ausbeuten zu erzielen und die Selektivität unter milden Bedingungen zu erhöhen. Bei vielen Reaktionsprozessen konnte mit diesem Ansatz eine deutliche Reduzierung der Katalysatorbeladung, des Energieverbrauchs und der Abfallproduktion erreicht werden.

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