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Wagniskapital für Zukunftstechnologie

Evonik beteiligt sich an chinesischem 3D-Druck-Start-up

| Redakteur: Alexander Stark

Evonik Venture Capital hat in ein chinesisches 3D-Druck-Start-up investiert, das Implantate für die Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie herstellt. Der Spezialchemiekonzern ist der Hauptinvestor der mit einem hohen einstelligen Millionen-Euro-Bereich ausgestatteten Finanzierungsrunde.

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Die von Meditool im 3D-Druck hergestellten Implantate für die Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie ermöglichen eine schnellere Genesung der Patienten und verringern die Operationsrisiken
Die von Meditool im 3D-Druck hergestellten Implantate für die Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie ermöglichen eine schnellere Genesung der Patienten und verringern die Operationsrisiken
( Bild: Evonik )

Essen; Schanghai/China – Für Evonik ist es die erste Direktinvestition in China: Mit der Beteiligung am Start-up Meditool will sich das Unternehmen durch Wagniskapital den Zugang zu disruptiven Technologien sichern. Das chinesische 3D-Druck-Unternehmen entwickelt eigene Hardware- und Softwaresysteme, die Bilder gängiger Magnetresonanztomographen (MRT) und Computertomographen (CT) direkt lesen und verarbeiten können. Aus diesen Daten generiert die Software ein druckbares 3D-Modell und sendet es an einen Drucker. Dieser fertigt die Implantate im 3D-Druck mit dem von Evonik gelieferten Hochleistungspolymer Polyetheretherketon (PEEK).

Die Technologie von Meditool passt laut Thomas Grosse-Puppendahl perfekt zur Strategie, das Geschäft auf Hightech-Anwendungen für 3D-Druckmaterialien auszuweiten. Der Leiter des Innovationswachstumsfelds Additive Manufacturing erklärt, dass medizinische Anwendungen dabei von besonderem Interesse seien, hätten sich durch die Hochleistungspolymere seines Unternehmens bereits als zuverlässige Implantat-Materialien bewährt.

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Für Patienten und Ärzte sind 3D-gedruckte PEEK-Implantate im Vergleich zu Metall, der derzeit üblichen Lösung für den Orthopädie-Implantat-Markt, revolutionär. Der 3D-Druck ermöglicht eine individuelle Anpassung, sodass beispielsweise eine Platte exakt auf die Schädelform des Patienten abgestimmt werden kann. Dadurch verringert sich die Wahrscheinlichkeit weiterer Eingriffe, um die Größe, Form oder Position des Implantats anzupassen. Darüber hinaus besitzt PEEK eine geringere Wärmeleitfähigkeit als Metall. Für Patienten, die hohen oder niedrigen Temperaturen ausgesetzt sind, besteht dadurch nicht die Gefahr, dass sich das Implantat stark erwärmt oder abkühlt. Ferner ist das Material biokompatibel und folglich nicht schädlich für lebendes Gewebe. CT- und MRT-Untersuchungen sind nach der Operation ebenfalls möglich.

Die Venture-Capital-Einheit von Evonik hat bereits in zwei Fonds in China investiert. Meditool ist die erste Direktinvestition. Zu den Mitinvestoren zählen ZN Ventures, Morningside Ventures und Puhua Capital.

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