Großanlagenbau: MMA im Aveneer Verfahren Evonik baut erste Produktionsanlage für MMA nach dem Aveneer-Verfahren

Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Evonik startet die Basisplanung für eine neue Produktionsanlage für MMA nach dem Aveneer-Verfahren am Standort Mobile, Alabama/USA. Das Investitionsvolumen wird einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag umfassen. Die Großanlage mit einer Produktionskapazität von 120.000 Tonnen soll Mitte 2015 in Betrieb gehen und bis zu 100 Arbeitsplätze in Mobile schaffen.

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Evonik stellt die Weichen für den Bau der ersten MMA-Produktionsanlage nach dem Aveneer-Verfahren.
Evonik stellt die Weichen für den Bau der ersten MMA-Produktionsanlage nach dem Aveneer-Verfahren.
(Bild: Evonik)

Essen – Der Spezialchemikalienhersteller Evonik will am US-Standort Mobile eine neue Anlage zur Produktion von Methylmethacrylat (MMA) nach dem ressourcenschonenderen Aveneer-Verfahren errichten. Das Gesamtprojekt bedarf noch der Zustimmung der Gremien. Methacrylatmonomere und deren Folgeprodukte sind die Basis innovativer Produkte für ressourceneffiziente Lösungen etwa für den Leichtbau in der Automobilindustrie.

Das von Evonik entwickelte Aveneer-Verfahren hat laut Unternehmen einen verbesserten CO2-Footprint. Die CO2-Prozessemissionen lägen unter 1000 Kilogramm CO2 je Tonne MMA, was den bisherigen Wert nahezu halbieren würde.

Gründe für den neuen MMA-Standort in den USA

Die Entscheidung für den künftigen Standort der ersten MMA-Anlage, die nach dem neuen Aveneer-Prozess arbeiten wird, ist für Mobile/USA gefallen. "Als größter nordamerikanischer Standort von Evonik bietet Mobile die Vorteile einer leistungsfähigen Infrastruktur sowie einer optimalen Verfügbarkeit aller Rohstoffe und Energien", erläutert Gregor Hetzke, Leiter des Evonik-Geschäftsbereiches Performance Polymers. Zudem ermöglicht die Lage des Standortes am Golf von Mexiko eine weltweite Versorgung der Kunden auf dem Seeweg.

Bisher produziert Evonik MMA an den deutschen Standorten Worms und Wesseling sowie im US-amerikanischen Fortier und Schanghai.

Vorteile des Aveneer-Verfahrens zur MMA-Produktion

Aveneer basiert wie der traditionelle ACH-Sulfo-Prozess auf den Einsatzstoffen Ammoniak, Methan, Aceton und Methanol – kommt allerdings ohne den Einsatz von Schwefelsäure aus. Im Vergleich zum bisherigen Verfahren nutzt Aveneer mit einer Gesamtausbeute von 95 Prozent die eingesetzten Ressourcen deutlich besser.

Evonik hat in einer Pilotanlage in Worms in den letzten fünf Jahren das innovative Verfahren zur technischen Reife gebracht. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass in einer Anlage gleichzeitig Methylmethacrylat wie auch Methacrylsäure produziert werden können. "Das Verhältnis beider Produkte ist in weiten Grenzen einstellbar, was uns eine hohe Flexibilität bietet", so Dr. Hans-Peter Hauck, Leiter des Evonik-Geschäftsgebietes Acrylic Monomers.

Mehr zu diesem und anderen Anlagenbauprojekten finden Sie in unserer Online-Datenbank zum Großanlagenbau GROAB.

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