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Messtechnik Erfindergeist verbessert Produkte von Endress+Hauser

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

230 Erfindungen hat Endress+Hauser im vergangenen Jahr erstmals zum Patent angemeldet. Vier besonders erfolgreiche Projekte wurden jetzt mit dem „Patent Rights Incentive Award“ ausgezeichnet. Die Forscher fanden u.a. den Grund für einen Messfehler bei Massedurchflussmessungen heraus und sorgten mit einer Erfindung dafür, dass Endress+Hauser Geräte auf der ganzen Welt unabhängig von der Stromversorgung einsetzbar sind.

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Dank Markus Wöhrles Erfindung sind Endress+Hauser Geräte heute weltweit einsetzbar – unabhängig von der Stromversorgung.
Dank Markus Wöhrles Erfindung sind Endress+Hauser Geräte heute weltweit einsetzbar – unabhängig von der Stromversorgung.
(Bild: Endress+Hauser)

Reinach/Schweiz – „Unsere Innovationskraft steigt weiter. Die Zahl unserer jährlichen Patentanmeldungen hat sich seit der Jahrtausendwende mehr als vervierfacht“, betonte Michael Ziesemer, stellvertretender Chef der Endress+Hauser Gruppe. Für vier wirtschaftlich besonders relevante Patente hat das Unternehmen jetzt den „Patent Rights Incentive Awards“ verliehen.

Jeweils mit 15000 Euro dotiert, ging der Preis u.a. an Markus Wöhrle aus Nesselwang. Er sorgte mit seiner Erfindung dafür, dass Endress+Hauser Geräte heute überall auf der Welt und in jeder Anlage einsatzbereit sind – unabhängig von der Stromversorgung. Ein von ihm entwickeltes Netzteil macht es möglich, dass die Geräte sowohl bei einer Spannung von 24 Volt als auch bei 100 Volt wie in Japan üblich oder bei europäischen 230 Volt einwandfrei ihren Dienst versehen.

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„Das vereinfacht nicht nur unsere eigene Produktion, sondern entlastet auch unsere Anlagenkunden, die früher für verschiedene Anwendungsfälle unterschiedliche Geräte vorhalten mussten“, weiß Wöhrle. Das Netzteil wird mittlerweile in die Elektronik vieler Produkte eingebaut, die eine Spannungsversorgung benötigen, und macht sie so flexibel einsetzbar.

Keine Messfehler mehr bei Massedurchflussmessungen

Bei Massedurchflussmessungen nach dem Coriolis-Prinzip wird ermittelt, wie eine Flüssigkeit oder ein Gas die Schwingung der Messrohre verändert. Als die sehr kompakten Geräte auf größere Nennweiten ausgelegt wurden, ergab sich ein bis dahin unbekannter Messfehler. Das Erfinderteam um Gerhard Eckert und Christian Matt von Endress+Hauser Flowtec fand den Grund heraus: „Ab einem bestimmten Verhältnis von Durchmesser und Länge des Messrohres kommt die Reynoldszahl zum Tragen“, erklärt Matt. Diese Kennzahl beschreibt den Strömungszustand in den Messrohren.

Diese Abhängigkeit zu ermitteln war das erste große Verdienst des Teams. Das zweite bestand darin, die Reynoldszahl ohne Eingaben von außen in der Elektronik des Messumformers zu ermitteln und den Effekt zu kompensieren. Alle notwendigen Größen zur Ermittlung der Reynoldszahl waren bekannt – bis auf die Viskosität des gemessenen Stoffes. Diese wird nun aus der Antriebsleistung ermittelt, die nötig ist, um die Schwingung der Messrohre aufrechtzuerhalten. Das macht es möglich, Coriolis-Durchflussmessgeräte selbst für große Nennweiten kompakt zu konstruieren.

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