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Motorstarter Einsatz von Hybrid-Motorstartern in der Zigarettenproduktion

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Frank Döllerer* / Dipl.-Medienwirt (FH) Matthias Back

Anspruchsvolle Prozessabläufe mit hohen Taktzyklen kennzeichnen die Zigarettenproduktion. Daher spielen auch die Schaltelemente, die die zahlreichen Elektromotoren ansteuern, eine wichtige Rolle. Reemtsma hat sich für Motorstarter von Phoenix Contact entschieden.

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Tabakballen werden im Slicer zerkleinert.
Tabakballen werden im Slicer zerkleinert.
(Bild: Phoenix Contact)

Um die vielfältigen Aufgabenstellungen bei der Zigarettenproduktion am Beispiel der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH zu verdeutlichen, erweist sich ein Überblick über den gesamten Prozessablauf als sinnvoll. Grundsätzlich wird hier zwischen zwei Fertigungsschritten unterschieden: der Verarbeitung des Tabaks (Primary) und der Herstellung der Zigaretten (Secondary). Für den ersten Schritt wird der Tabak in großen getrockneten Ballen aus den verschiedenen Anbaugebieten angeliefert und zwischengelagert. Der in einer Zigarette verarbeitete Tabak besteht in den seltensten Fällen aus einer Sorte. Vielmehr handelt es sich um ein Blend, also eine Mischung aus bis zu 50 unterschiedlichen Tabak-Partien.

Vielschichtige Tabakverarbeitung

Der getrocknete Tabak verhält sich wie ein welkes Blatt, würde bei der Verarbeitung somit staubfein zerbröseln. Deshalb muss er für die weitere Verarbeitung konditioniert werden. Zunächst zerschneidet ein Slicer die großen Tabakballen in kleinere Portionen (Bild 1). Anschließend wird der Rohtabak in Wasserdampf geschmeidig gemacht. Dabei lösen sich die einzelnen Blätter voneinander und die Poren öffnen sich für den folgenden Verarbeitungsschritt. Das Tabakblatt und die Blattrippen, die voneinander getrennt wurden, durchlaufen separate, aber ähnliche Prozesse.

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Die eigentliche Herstellung der Tabakmischung (Blend) erfolgt in Mischboxen (Bild 2). Zu diesem Zweck werden Mischwagen über Förderbänder mit den unterschiedlichen Tabaksorten beliefert. Sind die Mischboxen mit bis zu zehn Tonnen Tabak befüllt, entleeren sie sich über großen rotierenden Kämmen. Der Tabak wird dann vom Band der Mischbox geharkt und zu einer lockeren homogenen Mischung verarbeitet. Im nächsten Produktionsschritt schneiden rotierende Messer die Tabakblätter mit hoher Geschwindigkeit in exakt 0,75 Millimeter breite Fasern. Der so genannte Feinschnitt erhält danach in Trommeln einen exakt festgelegten Sollfeuchtegrad. Nachfolgend werden die zerkleinerten Blattgerippe zugefügt und die fertige Tabakmischung bis zur Weiterverarbeitung in Silos deponiert (Bild 3).

Ultraschnelle Zigarettenherstellung

Die Produktion der Zigaretten findet im so genannten Maker statt. Ihm wird die vorbereitete Tabakmischung über Rohrleitungen aus den Silos zugeführt. Im ersten Verarbeitungsschritt schiebt die Maschine einen vorgeformten Endlosstrang der Tabakmischung auf ein laufendes Band Zigarettenpapier. In einer Formatkammer wird der Tabak vom Papier umhüllt und die Nahtstelle verklebt. Messer schneiden den Endlosstrang auf die geforderte Länge. Anschließend wird der Filter angesetzt, der vorab aus großen Zelluloseballen durch Anlösen mit Alkohol und entsprechende Formung hergestellt worden ist. Die Filterstücke werden im Maker zwischen zwei der filterlosen Zigarettenstücke gebracht und mit einem Streifen Filterpapier daran verklebt. So entsteht eine Doppelzigarette, die am Filter zusammenhängt. Der folgende Verarbeitungsschritt trennt den Filter mittig, wobei die beiden Zigaretten über riesige Materialspeicher zur Verpackungsanlage transportiert werden (Bild 4 + Bild 5). Ein moderner Maker fertigt bis zu 20.000 Zigaretten pro Minute.

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