Dampfstillstand im Chemiepark Knapsack

Ein Jahr Planung für vier Tage ohne Dampf

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Zak: „Wir haben den Dampfstillstand genutzt, um an unserem Rohrnetz etwa 50 Armaturen auszutauschen. Zusätzlich wurden Austauscharbeiten von Schiebern durchgeführt, die aufgrund ihres Alters zwar noch funktionstüchtig sind, die aber ihre statistische Lebensdauer überschritten haben. Somit bleibt das Netz vorsorglich für eine lange Zeit auf einem optimalen Stand.“

Diese zum Teil aufwendigen Arbeiten mussten präzise vorbereitet werden. Pläne wurden erarbeitet, welche Mitarbeiter an welchen Stellen zum Einsatz kommen sollten, um die Schieber und Ventile auszubauen und zu erneuern. Einige Teile wiegen bis zu zwei Tonnen und mussten mithilfe von Schwerlastkränen ausgebaut werden. Die Zeitabläufe haben Berthold Menne, Teamleiter Rohrnetze, der Meister Joachim Nohr und Betriebsingenieur Jürgen Schulz aufeinander abgestimmt und die Arbeiten fachmännisch in engem Zeittakt koordiniert. Über allem stand natürlich die Arbeitssicherheit. Vor den Arbeiten haben alle externen Kollegen fachmännische Einweisungen erhalten und das Verfahren der Arbeitserlaubnisse wurde konsequent umgesetzt.

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Vier Tage waren rund 30 Mitarbeiter des Betreibers und Fachleute von Fremdfirmen beschäftigt, an den Schiebern und Ventilen zu arbeiten – eine spannende Zeit. Denn durch den Abfall des Drucks und der Temperatur in den Leitungen beim Abschalten der Dampfzufuhr zog sich das Material zusammen. „Das macht bei unserem Leitungsnetz mit einer Länge von zehn Kilometern mehrere Meter aus“, erklärte Zak. Diese Bewegungen mussten abgefangen und für die Arbeiten an den Armaturen genauestens einkalkuliert werden. Umgekehrt galt dies natürlich auch beim Wiederanfahren des Kraftwerks und der Wiederherstellung der Dampfversorgung, als der Druck sich wieder aufbaute, die Rohre auf Temperatur kamen und sich das Material ausdehnte.

Rohrleitungsnetz ist fit für die nächsten Jahrzehnte

Während der Stillstandsarbeiten sorgte das im Chemiepark ansässige Ersatzbrennstoffkraftwerk für eine provisorische Dampfversorgung, damit die Beheizung der Gebäude im Chemiepark Knapsack, die Warmwasserversorgung in den Waschhäusern und der Betriebsrestaurants gewährleistet werden konnte. Laut Betreiber waren es spannende und erfolgreiche Tage, an denen die Mitarbeiter Hand in Hand die Arbeiten meisterten und so gemeinsam das Rohrleitungsnetz für die nächsten Jahrzehnte optimal Instand gesetzt haben.

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