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Lagerverwaltungssystem für Schüttgutlager Dynamische Steuerung für ein Biomasse-Brennstofflager

Autor / Redakteur: Carolin Grehl / Sabine Mühlenkamp

In einem Brennstofflager in Tübingen sorgt ein Lagerverwaltungs- und Kranmanagement-System für vollautomatisierte und gleichzeitig flexible Umschlagprozesse mittels eines einzelnen Brückenkrans. Dabei ist das System nicht nur für das Ein- und Auslagern zuständig, sondern gibt auch die Abläufe für das Mischen der Biomasse vor.

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Abb. 1: Innenansicht des automatisch betriebenen Brennstofflagers in Tübingen
Abb. 1: Innenansicht des automatisch betriebenen Brennstofflagers in Tübingen
(Bild: Dimo Schmidt)

Auch wenn große Berge von Zement, Kies oder Holz behäbig wirken – hinter dem Umschlag und der Lagerung von Schüttgut stehen sehr dynamische Prozesse. Betreiber müssen kurzfristig auf Materialanforderungen und -engpässe sowie auf Störungen im Ablauf reagieren. Gleichzeitig soll das Depot optimal ausgelastet sein und zuverlässig betrieben werden.

Die Anforderungen an die Lagerlogistik steigen stark an, wenn das Lager in einen kontinuierlichen Produktionsprozess eingebunden ist. Aufgrund dieser Herausforderungen und steigender Qualitätsanforderungen bei gleichzeitig sinkenden Lagerbetriebsbudgets werden Schüttgutprozesse zunehmend vollautomatisch betrieben.

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Automatisiertes Brennstofflager

Vor diesem Hintergrund hat die Berliner Ingenieurgesellschaft Aucoteam in Zusammenarbeit mit einem weltweit führenden Kran- und Hebezeughersteller ein flexibles Lagerverwaltungssystem zur Automatisierung von Prozesskranen für Schüttgut entwickelt. Zum Einsatz kommt dieses in einer Brennstofflagerhalle am Fernheizwerk II der Universitätsklinik Tübingen, die von der Mannheimer MVV Enamic betrieben wird. Verglichen mit bisherigen Energieträgern vermeidet das neue Heizwerk den Ausstoß von 20 000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.

Im Rahmen von Modernisierungsmaßnahmen wurde die alte Heizungsanlage am Universitätsklinikum durch zwei Biomassekessel (Holz) und einen Ölkessel ersetzt. Die Lagerhalle dient zur Versorgung der Kessel mit Brennstoffen, welche im Wesentlichen aus zerkleinerten Holzabfällen bestehen. Um eine ganzjährige und 24-stündige Wärmeversorgung garantieren zu können, verfolgte der Betreiber von Anfang an das Ziel, das Brennstofflager weitestgehend automatisch zu betreiben.

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