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Klappen für LNG-Infrastruktur

Doppelt- und dreifach-exzentrische Klappen: Metallisch dicht bei –160 °C

| Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Wolfgang Ernhofer

Eine Tieftemperaturklappe der Baureihe Danais für die LNG-Infrastruktur wird in flüssigem Stickstoff in La Roche-Chalais/Frankreich, getestet.
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Eine Tieftemperaturklappe der Baureihe Danais für die LNG-Infrastruktur wird in flüssigem Stickstoff in La Roche-Chalais/Frankreich, getestet. (Bild: KSB)

Die Flüssiggas(LNG)-Infrastruktur wird weltweit massiv ausgebaut. Die dafür benötigten Anlagen und Komponenten müssen gegen die physikalischen und chemischen Eigenschaften des extrem kalten, verflüssigten Gases beständig sein. Wie Armaturenhersteller diese besonderen Herausforderungen angehen und warum doppelt- und dreifach-exzentrische Klappen eingesetzt werden, lesen Sie hier.

In den USA ist eine Entwicklung im Gange, die vermutlich auch signifikante geopolitische Auswirkungen haben wird: Durch das Fracking-Verfahren steht eine riesige Menge an Erdgas zur Verfügung. Die Preise purzelten in nur zwei Jahren um 85 %, Erdgas kostet in den USA im Vergleich zu europäischen Marktpreisen nur ein Viertel. Das hat seinen Grund im nationalen Überangebot, für den Transport nach Übersee fehlen (noch) die Kapazitäten. Standard ist der Transport von Erdgas via Pipeline – das ist über weite Entfernungen sehr teuer.

Doch gibt es ja die Alternative, das Gas zum Liquefied Natural Gas (LNG) zu verflüssigen. Dann schrumpft das Volumen auf 1/600 und man kann das Flüssiggas wahlweise per Bahn oder per Schiff und Tankwagen in jeden Winkel der Erde transportieren. Ab 4000 km Landweg oder 2000 km Seeweg ist eine LNG-Infrastruktur kostengünstiger als der Transport über Pipelines.

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass LNG wegen seiner höheren Flexibilität zu einem großen Markt avanciert. Anlagenbauer wie Linde und Uhde (LNG-Anlagen) sowie Ausrüster wie KSB (LNG-Armaturen) profitieren von dieser Entwicklung.

Flüssiggas: Eine Herausforderung für Armaturen

Zur Verflüssigung muss das Erdgas in einem ersten Schritt gereinigt werden; es enthält bis zu 9 % Kohlendioxid und in Spuren Schwefelwasserstoff, beide Bestandteile werden bei der Aufbereitung weitgehend entfernt. Dann gelangt das Erdgas in eine komplexe Verflüssigungsstraße, wo es auf eine Temperatur zwischen –161 und –164 °C heruntergekühlt wird – das ist zugleich der größte Kostenblock beim Aufbau einer LNG-Infrastruktur:

  • 60 % für die Verflüssigung (die Verflüssigungsanlage verbraucht etwa 12 % des Erdgases für den Eigenbetrieb),
  • 20 % für den Transport auf den Tankern,
  • 20 % für die Wiedervergasung und die Zwischenlagerung vor dem Einspeisen in das Verteilernetz.

Zurzeit befinden sich die Verflüssigungsstraßen noch alle an Land. Angedacht sind Offshore-Anlagen auf FPSO-Tankern (Floating Production Storage and Offloading) für Erdgasfelder, die weit draußen auf dem Meer liegen.

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