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- Im Wellendurchgang ist die Antriebswelle exzentrisch angeordnet, das heißt sie liegt nicht in der Ebene der Sitz-Achse, sondern ist geometrisch versetzt. Die Welle ist zum Gehäuse mit einem Graphit-Dichtring und O-Ringen ausgestattet. Diese Lösung sorgt im Brandfall für eine zeitlich begrenze Abdichtung. Der Betreiber verfügt somit über eine dichte und wartungsfreie Armatur.
- Eine weitere Exzentrizität bezieht sich auf die Welle, die zur Rohrleitungsachse seitlich versetzt ist. Das verkleinert den Winkel, in dem die Klappenscheibe während der Betätigung mit dem Sitz in Kontakt kommt (35° gegenüber 70° bei einer einfach-exzentrischen Bauweise). Kontaktdruck und Verschleiß sind geringer und die Standzeit ist höher.
- Um Dichtheit bei noch höheren Drücken zu erreichen, ist eine dritte Exzentrizität erforderlich. Diese bezieht sich auf die Geometrie der Klappenscheibe und reduziert den Winkel, bei dem das Dichtelement Kontakt mit der Dichtfläche hat, auf nur mehr 5°. Das kommt trotz höherer Drücke einer längeren Lebensdauer zugute. Diese ‚konische Exzentrizität‘ wird weltweit von den wichtigsten Armaturenherstellern verwendet.
KSB nutzt diese Technik für die Klappen der Baureihen Triodis 300 und 600 und demnächst auch 900. Diese Armaturen werden in La Roche-Chalais gebaut und einzeln in ei-nem Bad mit flüssigem Stickstoff getestet, um ihre Dichtheit unter Beweis zu stellen.
Die Verladung von LNG auf dem offenen Meer zwischen Tankern und Offshore-Terminals ist eine weitere Herausforderung: Die durch den Seegang hervorgerufene Bewegung des Tankers erfordert eine elastische Verbindung und ein sehr sicheres Anschlusssystem.
Dazu haben Technip, Eurodim und KSB das Verladesystem ‚Connectis‘ entwickelt. Praxistests haben gezeigt: Das System ist schnell an- und abgedockt, die Dichtheit im Abschluss wird durch eine doppelte Klappenscheibe erreicht. Bei einer Nottrennung bleibt die Menge an Flüssiggas, die entweichen kann, mit weniger als 2 l sehr gering. Die Entwicklung des Systems wurde 2008 nach Erprobung im Terminal von Montoir mit einer Zulassung durch die Det Norske Veritas abgeschlossen.
Offshore-LNG-Verladung: Elastische Verbindung gefragt
Das System könnte auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen. So z.B. beim Verladen von flüssigen Gütern von Schiff zu Schiff auf See. Schwere mechanische Arme wären dann nicht mehr erforderlich. Auch der Einsatz in Offshore-Hafenanlagen ist denkbar. Um das Verladen großer Mengen zu ermöglichen, wurde in Zusammenarbeit mit Petrobras eine schwimmende Tandem-Ausführung des ‚Connectis‘ entwickelt.
Fazit: Weltweit hat die Zahl der Projekte für Verflüssigungsstraßen und LNG-Zwischenlager sowie für den Bau von LNG-Tankern zugenommen. 2003 wurden 16 Tanker ausgeliefert, 2008 waren es bereits 50 Tanker, 2012 allerdings lediglich zwei. Aufgrund der Marktbelebung erwartet die Branche aktuell den Bau von jährlich 25 Tankern.
* Der Autor ist freier Mitarbeiter bei PROCESS. E-Mail-Kontakt: redaktion@process.de
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