Vorwurf der Insolvenzverschleppung Ermittlungen gegen frühere Domo-Geschäftsführer

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Den Standorten des Chemieunternehmens Domo in Sachsen-Anhalt und Brandenburg drohte Ende 2025 die Stilllegung. Dann kam die Rettung. Warum sich nun die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hat.

Wie eine Sprecherin auf Anfrage bestätigte, ermittelt die Staatsanwaltschaft Halle gegen drei frühere Geschäftsführer von Domo Caproleuna.(Bild:  Domo)
Wie eine Sprecherin auf Anfrage bestätigte, ermittelt die Staatsanwaltschaft Halle gegen drei frühere Geschäftsführer von Domo Caproleuna.
(Bild: Domo)

Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt gegen drei frühere Geschäftsführer von Domo Caproleuna. Das bestätigte eine Sprecherin auf Anfrage. Es gehe um den Vorwurf der Insolvenzverschleppung, sagte sie. Zuvor hatte die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet. Das Verfahren ist ihr zufolge seit Mai dieses Jahres anhängig.

Dem Chemiewerk Domo Caproleuna in Leuna drohte zum Ende des vergangenen Jahres die Stilllegung, weil im Unternehmen kein Geld für die Finanzierung des laufenden Betriebs vorhanden war.

„Routinemäßiger Vorgang“

Es sei ein routinemäßiger Vorgang, dass Staatsanwaltschaften Fälle wie diesen auf Insolvenzstraftaten prüfen, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Lucas Flöther, der die Domo-Geschäfte seit Ende Dezember letzten Jahres weitergeführt hatte. Grundsätzlich meldeten Insolvenzgerichte den Staatsanwaltschaften ihre Verfahren. Auf dieser Grundlage würden diese dann entscheiden, in welchen Fällen sie Akten einsehen wollen.

Weil die Domo-Anlagen nicht gefahrlos heruntergefahren werden konnten, hatte das Land Sachsen-Anhalt einen Notbetrieb am Standort in Leuna finanziert. Dabei entstanden Kosten in Höhe von rund 80 Millionen Euro. Laut Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (SPD) ist davon auszugehen, dass das Land nur einen Bruchteil davon wiederbekomme. Durch die Finanzierung des Betriebs konnte die Suche nach neuen Geldgebern weitergehen.

Hunderte Jobs wurden gerettet

Anfang April war bekannt gegeben worden, dass das Unternehmen an die neu gegründete Auffanggesellschaft Leuna Polyamid GmbH übertragen wurde. Diese wird jeweils hälftig von InfraLeuna und dem auf dem Gelände des Chemieparks ansässigen Unternehmens Leuna-Harze getragen.

Auf diesem Wege wurden viele Jobs von Beschäftigten des belgischen Chemieunternehmens Domo Chemicals gerettet. Leuna Polyamid hat den Angaben zufolge den Standort und die Immobilie in Leuna sowie 436 der zuletzt rund 500 Beschäftigten übernommen. Außer dem Standort in Leuna hatte Domo in Deutschland einen weiteren im brandenburgischen Premnitz im Kreis Havelland. Auch dieser konnte gerettet werden.

Ziel von Leuna Polyamid ist es eigenen Angaben nach, die Wirtschaftlichkeit wiederherstellen. Anschließend ist eine Weiterentwicklung geplant, wie der Geschäftsführer von Infraleuna, Christof Günther, ankündigte. An dem Standort in Leuna hatte Domo vor allem Kunststoff hergestellt, der unter anderem in der Automobilindustrie sowie in der Elektro- und Elektronikbranche weiterverarbeitet wird.

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