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Namur-Hauptsitzung 2018

Digitalisierung wird anfassbar – Namur-Hauptsitzung blickt in die Zukunft

| Autor / Redakteur: Sabine Mühlenkamp / Wolfgang Ernhofer

Die Digitalisierung als Chance begreifen, insbesondere aus der Digitalisierung von Brownfieldanlagen, das war Inhalt des Vortrags von Frank Grümbel (Lanxess) und Ulrich Schünemann (BASF).
Die Digitalisierung als Chance begreifen, insbesondere aus der Digitalisierung von Brownfieldanlagen, das war Inhalt des Vortrags von Frank Grümbel (Lanxess) und Ulrich Schünemann (BASF). (Bild: Mühlenkamp / PROCESS)

Wie verändert die Digitalisierung die Geschäftsprozesse und welche Auswirkungen hat dies auf die alltägliche Praxis? Spannende Antworten versprach das diesjährige Jahrestreffen der Anwender von Prozessautomatisierungstechnik in Bad Neuenahr. Rund 650 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten bei der Namur-Hauptsitzung 2018 unter dem Motto „Field Instruments Supporting Digital Transformation“ über die Zukunft der Digitalisierung in der Prozessindustrie. Den Sensoren kommt – als entscheidender Informationslieferant – eine besondere Rolle zu.

Bad Neuenahr – In jedem mittleren Sensor stecken heute viel mehr Informationen als der eigentliche Messwert. Allerdings werden 97 % dieser zusätzlichen Daten nicht genutzt. Dass man diesen Informationsfluss verbessern muss, ist daher bei den Anwendern kein Thema mehr, über das 'Wie' lässt sich allerdings trefflich diskutieren. Dabei muss sich die Branche auch mit neuen Fragestellungen beschäftigen. Ein Beispiel ist etwa der Mobilfunkstandard 5G, der bisher nicht im Bewusststein der Prozessautomatisierer stand. „Dieser ist jedoch extrem wichtig für Industrie 4.0-Anwendungen, wenn man etwa an mobile Anwendungen in Echtzeit denkt, sei es zur Überwachung von autonomen Fahrzeugen im Firmengelände oder hochauflösende Kameraaufnahmen in der Instandhaltung“, verdeutlichte Dr. Wilhelm Otten, Evonik. „Die Namur ist im intensiven Austausch mit den Behörden und hat daher Bedarf an 100 MHz für industrielle 5G-Netze in der Prozessindustrie angemeldet.“

Otten, der den Namur-Vorsitz nach der Hauptversammlung an den Bayer-Manager Dr. Felix Hanisch weitergibt, sieht die Namur für die Zukunft gut aufgestellt. Auch wenn die Themen, die in Bad Neuenahr diskutiert wurden, immer vielfältiger werden. Sei es die Herausforderungen und Chancen der Namur Open Architecture (NOA), die Modularisierung in der Automatisierung unter dem Stichwort Module Type Package (MTP), der derzeitige Stand der Gruppe Open Process Automation oder eben die unglaubliche Bandbreite innovativer Sensortechnologien.

Endress+Hauser-CEO Matthias Altendorf: „Das IIoT wird greifbarer“

Exklusiv-Interview zur Namur-Hauptsitzung

Endress+Hauser-CEO Matthias Altendorf: „Das IIoT wird greifbarer“

17.09.18 - „Field Instruments Supporting Digital Transformation“ – das ist das Motto der Namur-Hauptsitzung 2018 mit dem Sponsor Endress+Hauser. Die Individualisierung befeuert den Trend zu immer kleineren Chargen und schnelleren Zyklen; das Zusammenwachsen von chemischen und biotechnologischen Verfahren treibt zugleich die Prozessinnovation an. Währenddessen wächst der Wettbewerbsdruck in global vernetzten Branchen beständig, das bedeutet, es kommt mehr und mehr auf die Verfügbarkeit von Anlagen an. Matthias Altendorf, CEO der Endress+Hauser Gruppe, im Exklusiv-Interview. lesen

Für letzteres Thema steht der diesjährige Sponsor Endress+Hauser bereit, der inzwischen auf 65 Jahre Erfahrungen im Bereich Mess- und Analysentechnologie zurückschaut. „Wir helfen unseren Kunden in der Prozessindustrie, produktiver zu arbeiten und das Potenzial der Digitalisierung zu heben“, verspricht auch Matthias Altendorf, CEO der Endress+Hauser (E+H) Gruppe, in seiner einführenden Sponsor-Keynote. Dafür ist intelligente Prozessanalysentechnik (PAT) nötig, wie optische Analyseverfahren, z.B. Raman-, NIR- und TDL-Spektrometrie.

Aber eben nicht nur: Bei E+H sorgen erst Tools zur richtigen Selektion und Konfiguration von Messgeräten für rationelle Abläufe im Engineering oder für eine durchgängige Datenqualität. „Nur mit konsistenten Messwerten und effizienten Abläufen vom Labor über die Produkt- und Prozessentwicklung bis hin zum Produktionsbetrieb und zur Qualitätssicherung ist ein Unternehmen in der Lage, den viel beschworenen Nutzen einer Digitalisierung für sich zu entdecken“, zeigt sich Altendorf überzeugt. All das hilft, um europäische Produktionsstandorte fit für den Weltmarkt zu machen.

Dafür wollen die People for Process Automation, wie man sich bei E+H selbst nennt, smarte Feldgeräte als sicheren Bestandteil der OT/IT integrieren, Schnittstellen reduzieren, damit weniger Fehler gemacht werden, Labormesstechnik prozesstauglich machen und die menschlichen Sinne durch neue und vereinfachte Sensorik ersetzen. Im Sponsor-Vortrag zeigt das Unternehmen daher auch zahlreiche Beispiele, was heute schon möglich ist. Von der vorbeugenden Instandhaltung durch die Heartbeat-Technologie über selbstkalibrierende Temperaturmessung oder den Einsatz eines Advance PAT-Systems mit Raman Spektroskopie in der Harnstoffsynthese. Dabei sieht das Unternehmen in der Digitalisierung auch eine Chance, wettbewerbsfähig mit 30 Jahre alten Anlagen zu bleiben. Die digitale Grundlage dafür hat Endress+Hauser längst gesetzt. Über 30 Millionen E+H-Feldgeräte besitzen bereits einen digitalen Zwilling und sind in Gerätedatenbanken vorhanden. Dies biete zum Beispiel auch die Chance, den Beschaffungsprozess zu digitalisieren, der gewaltige Einsparpotentiale verspricht.

Wachablösung bei Namur: Hanisch neuer Vorsitzender

Namur-Hauptsitzung 2018

Wachablösung bei Namur: Hanisch neuer Vorsitzender

08.11.18 - Die Interessengemeinschaft Automatisierungstechnik der Prozessindustrie hat auf Ihrer Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand gewählt. Felix Hanisch von Bayer folgt auf Wilhelm Otten als Vorsitzender des Gremiums. Auch die Zusammensetzung des Namur-Vorstands hat sich geändert. lesen

Kein leichter, aber dafür ein lohnenswerter Weg

Dass der Weg vom Brownfield zur smarten Sensorik insbesondere bei PAT-Anlagen mitunter sehr kompliziert sein kann, beschreiben Frank Grümbel (Lanxess) und Ulrich Schünemann (BASF) in einem gemeinsamen Vortrag. Grümbel schickt voraus, das die Range in der Prozessindustrie bei Industrie 4.0 im Realitätscheck durchaus auch erst bei mal bei 0.4 liegen kann. Irgendwo dazwischen bewegen sich wohl die meisten Betreiber. Eine Kernaussage, die hängenbleibt: die Komplexität muss gekapselt werden.

Link zum Video des Namur-Hauptvortrags von Endress+Hauser

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