Sterilitätstest im Isolator

Der Sterilitätstest im Isolator: Gelernt ist gelernt

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Beim Beladen des Isolators ist darüber hinaus darauf zu achten, dass die Präparate, Medien und Materialien von hinten nach vorne in der geplanten Reihenfolge der Bearbeitung aufgebaut werden und dass sie nicht miteinander in Berührung kommen. Alternativ lassen sich Materialien wie Spritzen, Kanülen oder Belüftungsfilter in einem PE-Beutel zusammenfassen, der samt Inhalt gammasterilisiert wurde.

Nachdem die Präparate dann im Isolator sind, wird der Innenraum des Isolators mit verdampftem Wasserstoffperoxid unter streng kontrollierten Bedingungen hinsichtlich Temperatur (Luft, Verdampferplatte), Luftfeuchtigkeit und Luftgeschwindigkeit dekontaminiert. Anschließend wird der Isolator von allen Wasserstoffperoxid-Rückständen befreit, um dessen Wert unter 1 ppm zu bringen, um falsch negative Ergebnisse zu vermeiden.

Die Prüfung auf Sterilität wird danach analog der Prüfvorschrift je Präparat durchgeführt. Bei der Membranfiltration wird jede Filtereinheit mit 100 ml einer mit Inaktivatoren ergänzter Pepton-Phosphat-Lösung (wie z.B. Tween 80) gespült, um nach dem Dekontaminierungsprozess noch verbliebende Rückstände zu beseitigen. Je nach Anforderung werden mithilfe von Kontaktagarplatten oder Swaps verschiedene Oberflächen im Isolator untersucht. Die Beprobung direkt nach der Dekontamination dient der Kontrolle des Dekontaminationserfolges an schwer zugänglichen Oberflächen – z.B. an Gefäßboden von Medienflaschen.

Die Probenahme während und nach der Prüfung auf Sterilität zeigt die sterile Probenbearbeitung von Proben wie Inprozesskontrollen, die Mikroorganismen enthalten können. Auch die Prüfung der mikrobiologischen Luftqualität vor, während und nach der Prüfung belegt die Sicherheit der Prüfungsbedingungen im Isolator. Um eine Verunreinigung der Monitoringproben während des Transports vom Isolator in den Brutschrank zu vermeiden, werden alle Kontaktagarplatten und „Luftplatten“ noch im Isolator wieder verpackt.

Die Auswertung zur Prüfung auf Sterilität wird nach drei bis fünf Tagen, sieben Tagen und abschließend nach 14 Tagen durchgeführt. Die einfache makroskopische Bewertung auf Trübung oder Trübungsfreiheit eines Medium erfordert viel Erfahrung und Schulung des Technikers. Weiterhin muss der Mitarbeiter eine ausreichende Sehfähigkeit haben, um die Medien dann gegen einen weißen und einen schwarzen Hintergrund zu bewerten.

Hoher wirtschaftlicher Wert

Wenn alle Prüfvorgaben vor, während und nach der Testphase im Isolator eingehalten werden, sind die Ergebnisse hochgradig wertvoll im Hinblick auf die hohe Investition in das Gerät und den hohen Schulungsaufwand der Techniker.

Das Ergebnis einer einzelnen Prüfung kann so dem Betreiber als sichere Grundlage der Freigabe einer Charge mit einem wirtschaftlichen Wert von zum Teil mehreren Hunderttausend Euro dienen. ●

* Der Autor ist Lab Manager Microbiology, SGS Institut Fresenius.

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