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Wissens-Management für Chemie und Pharma

Der Ingenieur als Robinson: Abschied von der einsamen Insel(-lösung)

| Autor: Dominik Stephan

Wie lassen sich Betriebskompetenz und Know-How über Gewerke und Unternehmensgrenzen hinweg sicherstellen?  – In Zeiten von Umstrukturierungen, Outsourcing und stetig steigenden Anforderungen werden die Betriebsingenieure zu Einzelkämpfern. Die Folge: Insellösungen und Partikularansätze, Wissenserrosion und Kompetenz-Verlust. Die IGR steuert gegen: Über 20 Jahre nach dem Ende der Hoechst-AG soll der Industriepark zum Hotspot für Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinweg werden.

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Wird der Ingenieur zum Robinson im Betrieb?
Wird der Ingenieur zum Robinson im Betrieb?
(Bilder: © ValentinValkov, © stockphoto mania, © Björn Wylezich/fotolia.com; [M] Frank, GötzeHorn)

Die Industrie ist im Wandel: Neue Produktionsmethoden, Verfahren und die zunehmende Vernetzung fordern Ingenieure und Manager ebenso heraus wie Veränderungen in den Unternehmen. Für das Wissens- und Know-How-Management lässt das nichts Gutes ahnen. Immerhin müssen Produktionsanlagen strengen Richtlinien und Regelwerken genügen.

Planung Genehmigung, Bau, Betrieb und Instandhaltung haben – Stichwort Betreiberverantwortung – so zu erfolgen, dass der Schutz von Umwelt, Gesundheit und Sachwerte über den gesamten Lebenszyklus der Anlage gesichert bleibt. Noch anspruchsvoller ist die Herstellung von Pharmazeutika, die den im Arzneimittelgesetz, der Wirkstoffherstellungsverordnung und dem GMP-Leitfaden formulierten Anforderungen genügen muss. Und das natürlich zukunftssicher und zu geringen Kosten.

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„Betriebsingenieure brauchen einen 'Marktplatz der Erfahrungen'", erklärt Martin Rauser, Vorstand der Interessengemeinschaft Regelwerke Technik (IGR). Seit 2007 fördert der Verband Wissen und Kompetenz seiner Mitglieder, mit dem Ziel, die technischen Regelwerke für die chemisch-pharmazeutische Industrie über den gesamten Produktionszyklus zuverlässig und wirtschaftlich umzusetzen.

In den späten Neunzigern im Umfeld der ehemaligen Hoechst AG entstanden, war es von Anfang an das Ziel, das Wissen und die technische Kompetenz der Konzerningenieure über die Neuausrichtung des Chemieriesen hinaus zu bewahren. „Wir haben schon 1997 erkannt, dass wir selbst erhalten und weiterentwickeln müssen, was über 130 Jahre aufgebaut wurde“, so Rauser.

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Mehr als nur Nachlassverwalter der Hoechst-AG

Seit 2007 ist die IGR ein eingetragener Verein – und ein beispielloses Erfolgsmodell: „Seit unserer Gründung haben wir nicht nur die Zahl der Mitglieder verdoppelt“, erklärte der IGR-Vorstand beim Verbands-Jubiläum im Juni 2017. „Wir gewinnen auch immer mehr Mitglieder, die nicht aus dem ehemaligen Hoechst-Umfeld kommen.“

Heute engagieren sich über 350 Experten aus mehr als 30 Unternehmen ehrenamtlich für Wissensmanagement und Regelwerksverfolgung und -entwicklung. „Das verleiht den Interessen unserer Mitglieder größeres Gewicht gegenüber Lieferanten, Herstellern und Behörden“, so Rauser. Zudem können Mitglieder Labore für Werkstofftechnik, Geräteprüfung oder Prozesssicherheit nutzen.

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Über den Autor

 Dominik Stephan

Dominik Stephan

Redakteur, PROCESS - Chemie | Pharma | Verfahrenstechnik