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Carbon Capture & Storage

Der Absorber im Abgasschlot – Stoppt die Chemie den Klimawandel?

| Autor / Redakteur: Dominik Stephan* / Dominik Stephan

Wenn es denn so einfach wäre... tatsächlich erfordert Carbon capture mehr als einen großen Magneten
Wenn es denn so einfach wäre... tatsächlich erfordert Carbon capture mehr als einen großen Magneten ( © industrieblick - Fotolia)

Aus dem Abgas, aus dem Sinn – tatsächlich erfordert Carbon Capture mehr als nur einen großen Magneten – Wie sich klimaschädliches Kohlendioxid aus Rauchgas abscheiden lässt, und warum Forscher große Hoffnungen auf chemische Adsorptionsprozesse setzen? Die Antwort auf der International Conference on Distillation and Absorption ist einhellig: Dank des Reaktors im Rauchfang!

Absaugen, abscheiden, verpressen – Raus mit dem Klimakiller CO2 aus dem Abgas. Und am besten ganz weit weg. Carbon Capture and Storage (CCS) heißt das Verfahren, mit welchem Abgase quasi CO2-frei gemacht werden sollen. Anschließend soll das abgeschiedene Gas sicher in unterirdische Lagerstätten, zum Beispiel leere Erdöl- oder Erdgasfelder, gepresst werden.

Mit großtechnischem Einsatz, so schätzt der Weltklimarat IPCC, könnte CCS bis 2100 zwischen 10 % und 55 % der globalen Emissionsziele erreichen. Einzelne Kraftwerke könnten den CO2-Anteil im Rauchgas um 80 % bis 90 % reduzieren, so die Klimaforscher.

Erste Erfahrungen aus der Gasförderung

Mut machen dabei Erfahrungen aus einer ganz anderen Industrie: Seit Mitte der 90er wird im Rahmen der Erdgasförderung auftretendes CO2 abgeschieden und zurück in den Untergrund gepumpt. Das ist hier besonders einfach, da das CO2 im Erdgas besonders rein und leicht abzuscheiden ist.

Schwieriger wird es, wenn CO2 aus Rauchgas abgetrennt werden soll: Im Schornstein ist das Gas mit anderen Verbrennungsprodukten und dem Stickstoff der Luft vermischt – So liegt bei Kohlekraftwerken der CO2-Partialdruck lediglich bei etwa 15 %.

Vom Abgas zum Kunststoff: Der Heilige Gral der Chemie

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27.05.14 - Träume sind Schäume, heißt es. Zumindest im Falle von ‚Dream Production‘ sogar ganz besondere Schäume: In diesem Projekt arbeiten Industrie und Wissenschaft zusammen, um CO2 aus Kraftwerksabgasen als Rohstoff für PUR-Schaum nutzbar zu machen. Die zugrunde liegende Reaktion ist revolutionär, die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens jedoch ungewiss. Jetzt muss sich zeigen, dass die Vision mehr ist als ein alter Traum. lesen

Drei wesentliche CCS–Verfahren im Überblick

Beim CCS konzentriert sich die Entwicklung auf drei wesentliche Verfahren: Die Wäsche aus dem Abgasstrom (Post-Combustion-Verfahren), die Reduktion durch Kohlevergasung (Pre-Combustion) oder den Oxyfuel-Prozess. Dabei wird der Brennstoff in reinem Sauerstoff und zurückgeführtem Rauchgas verbrannt. Zwar entsteht hierbei genauso viel CO2 wie in herkömmlichen Brennräumen, jedoch ist dieses nicht mit Stickstoff vermischt. Das relativ saubere, hochkonzentrierte Gas kann nun mit konventionellen Methoden getrennt und gespeichert werden. Ein derartiges Verfahren wurde zwischen 2008 und 2014 in einer 30 MW-Pilotanlage eines Vattenfall-Kohlekraftwerks in Brandenburg erprobt.

Dabei konnte die Anlage Abscheidegrade bis zu 90 % erreichen und insgesamt 10 650 Tonnen CO2 aus dem Rauchgas herausziehen. Im Rahmen einer Kooperation mit Sask Power sollen die gewonnen Erkenntnisse nun bei einem Kraftwerksneubau in Kanada zum Einsatz kommen.

Ergänzendes zum Thema
 
Wohin mit dem CO2?

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