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Digitale Transformation Democenter von Siemens bietet Industrie 4.0 zum Anfassen, Erleben und Begreifen

| Autor / Redakteur: Sabine Mühlenkamp / Sabine Mühlenkamp

Die Bedeutung von Industrie 4.0 für die Prozessindustrie ist zwar in den Köpfen der Menschen angekommen, häufig fehlt es aber an Praxisbeispielen. In einem neuen Democenter will Siemens Automatisierungstechnik für die Prozessindustrie veranschaulichen und in verfahrenstechnischen Pilotanlagen Siemens-Technik unter realen Betriebsbedingungen zeigen

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(Bild: Siemens)

„Die digitale Transformation ist für viele unserer Kunden neu“, so Eckard Eberle, CEO der Siemens Business Unit Process Automation, anlässlich der Eröffnung des neuen Democenters „Process Automation World“ in Karlsruhe. „Wir wollen ihnen dennoch zeigen, was heute schon in Bezug auf die Digitalisierung möglich ist. Dabei ist uns bewusst, dass die Kunden aus der Prozessindustrie an Kontinuität interessiert sind, allein durch ihre langen Laufzeiten der Anlagen bis zu 50 Jahren.“ Die Besonderheit der Prozessindustrie kennt man am Standort gut, so ist Karlsruhe seit über fünf Jahrzehnten das internationale Zentrum der Prozessindustrie und Prozessautomatisierung der Siemens AG. In einem neuen Democenter, das heute eingeweiht wurde, zeigt Siemens nun auf 700 Quadratmetern das gesamte Leistungsspektrum für die Prozessindustrie.

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Dabei machte Eberle deutlich, dass sich auch in dieser Branche die Prozesse und Geschäftsmodelle durch die Digitalisierung verändern werden. Die Folge ist, dass Innovation zum entscheidender Faktor wird, um hier wettbewerbsfähig zu bleiben. „Siemens ist Vorreiter in der Digitalisierung “, fasste es Eberle zusammen. "Und wir wollen diese Prozesse weiter mitgestalten.

Prozessautomatisierung – Schwerpunkt von Siemens in Karlsruhe

Mit der „Process Automation World“ hat der Standort eine moderne Visitenkarte für die Prozessindustrie und Prozessautomatisierung erhalten – dem Kerngeschäft von Siemens in Karlsruhe. Über 60 Prozent von 4500 Mitarbeitern am Standort haben in irgendeiner Form mit der Entwicklung, der Produktion und dem Vertrieb in Chemie, Glas, Pharma, Nahrung und Genussmittel sowie Wasser und Abwasser zu tun. Dabei unterstützen ausgeklügelte Präsentationstechniken und eine moderne Kameraanlage die Darstellungen und Möglichkeiten zur weltweiten Kommunikation, falls ein Kunde nicht nach Karlsruhe kommen kann.

Im Auditorium, einem Veranstaltungsraum für 100 Besucher, befinden sich zwei verfahrenstechnische Anlagen aus der chemischen und pharmazeutischen Industrie mit Leitwarte, Schaltschränken und Online-Analytik. Dabei nutzte man die Gelegenheit, um das gesamte Democenter mit den neuesten Entwicklungen der Siemens-eigenen Gebäudetechnik auszustatten, z.B. Zutrittskontrollen zu den Schaltschränken oder innovative Rauchdetektoren. Angesichts der Tatsache, dass bei der Digitalisierung in Zukunft auch die Kommunikationstechnik eine entscheidende Rolle spielt, wurden die Anlagen mit Profibus vernetzt.

In der Batchanlage werden Abläufe der Pharmaindustrie demonstriert. Dabei lässt sich hier ein pharmazeutischer Wirkstoff herstellen. Anforderungen des Ex-Schutzes, der Redundanz und des GMPs wurden ebenso berücksichtigt, wie die Entwicklung zur papierlosen Produktion (Electronic Batch Record).

Dagegen arbeitet die chemische Anlage kontinuierlich und besitzt daher redundante Controller, Pumpen, Feldgeräte. Hier können u.a. Industrie 4.0-Anwendungen erprobt werden, etwa indem der Wartungsbedarf der Feldgeräte direkt an die Leitzentrale weiter geleitet und dort weiter verarbeitet wird.

Die vielfältig einsetzbaren Anlagenmodelle geben einen Überblick über das Portfolio und zeigen, wie Anlagenplanung, -bau, -betrieb, -wartung sowie -instandsetzung über den gesamten Lebenszyklus funktionieren. „Zwar nehmen die IT-Techniken einen immer größeren Raum ein, man darf aber nicht vergessen, dass nach wie vor die klassische Instrumentierung eine große Rolle spielt, die mit eingebunden werden muss“, so Eberle. Der schrittweise Übergang in die digitale Welt zeigt sich auch in der Leitwarte. Hier stellt sich zum Beispiel die Frage, wie der Schritt aus dem Engineering in die Operator-Welt gut gestaltet werden kann und ob es in Zukunft nicht auch andere Darstellungen als das klassische Fließbild geben kann. Auch auf diese Fragen soll das neue Democenter in Zukunft Antworten geben bzw. Möglichkeiten bieten, neue Ideen und Visionen auszuprobieren und umzusetzen.

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