Strohfeuer Chemieindustrie profitiert vom Nahost-Konflikt

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Lieferkettenprobleme bei der Konkurrenz und Vorratskäufe sorgen für höhere Umsätze in der deutschen Chemieindustrie. Doch Branchenvertreter warnen vor zu viel Optimismus.

Gestörte Lieferketten verschaffen der deutschen Chemieindustrie kurzfristig mehr Geschäft. Eine dauerhafte Erholung sieht der VCI darin jedoch nicht.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Gestörte Lieferketten verschaffen der deutschen Chemieindustrie kurzfristig mehr Geschäft. Eine dauerhafte Erholung sieht der VCI darin jedoch nicht.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie hat infolge des Nahostkonflikts einen Aufschwung erlebt. Im zweiten Quartal dieses Jahres stieg erstmals seit drei Jahren der Umsatz spürbar um 7,3 %, wie der Branchenverband VCI berichtet.

Gründe waren eine leicht gestiegene Produktion (+2,4 % zum Vorquartal) und um 5,7 % gestiegene Preise. Diese gehen laut Verband auf kriegsbedingte Lieferkettenprobleme der Konkurrenz aus Asien und dem Nahen Osten zurück. Diese sind stärker als die Europäer auf Transporte durch die Straße von Hormus angewiesen. Zudem hätten viele Kunden angesichts des Irankriegs ihre Lager aufgefüllt.

Der VCI sieht in der Entwicklung allerdings nur eine Atempause. Die Produktionsanlagen der Unternehmen seien mit 73,2 % weiterhin unterdurchschnittlich ausgelastet und bereits im Juni seien Aufträge und Umsätze wieder zurückgegangen. „Vorratskäufe und geopolitische Verwerfungen sind keine Trendwende. Die alten Probleme haben sich nicht in Luft aufgelöst. Die deutsche Industrie braucht endlich einen konsequenten Kurs für mehr Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Verbandspräsident Markus Steilemann.

Prognose: Produktion wird auch 2026 zurückgehen

Für das Gesamtjahr hat der Verband schon vor einigen Wochen seine Produktionsprognose auf einen Rückgang um 1,5 % abgesenkt. Noch zu Jahresbeginn war man von einer Stagnation ausgegangen. Die höheren Erzeugerpreise sollten den Branchenumsatz im Gesamtjahr zu einem Wachstum von 2,5 % tragen, erwartet der Verband. Die weiterhin schwache Auslastung, der hohe Kostendruck und eine verhaltene Industriekonjunktur belasteten die Geschäfte im zweiten Halbjahr weiter.

(ID:50948173)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung